Nach gestrigem Anstieg: Gaspreise in Europa stürzen um 27 Prozent ab

© SNA / Konstantin MichaltschewskiGas im Haushalt
Gas im Haushalt  - SNA, 1920, 25.02.2022
Der Preis der März-Futures für Gas in Europa ist am Freitag um knapp ein Viertel auf unter 1200 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter gefallen, nachdem der Futures-Markt am Donnerstag einen Anstieg der Preise um etwa 40 Prozent verzeichnet hatte. Das geht laut Medien aus den Handelsdaten der Börse ICE Futures hervor.
Demnach stürzten die Preise für die TTF-Futures für März um 23,8 Prozent ab und lagen um 11.58 Uhr (Moskauer Zeit) bei 1185 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Das heutige Preistief betrug bisher 1118 US-Dollar und war damit um 28,1 Prozent unter dem geschätzten Vortagespreis von 1555 US-Dollar.
Gaskompressorstation Neswidschskaja in Weißrussland (Jamal-Europa-Pipeline) - SNA, 1920, 25.02.2022
Transit von russischem Gas über Ukraine um 20 Prozent gestiegen
Angesichts der angespannten Situation um die Ukraine sind die Gaspreise in Europa in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen. Im Laufe des Handels am Donnerstag stiegen die Preise für TTF-Futures um mehr als 60 Prozent auf rund 1650 pro 1000 Kubikmeter an, bevor sie sich zum Handelsschluss auf knapp über 1360 US-Dollar abschwächten.
Ein spürbarer Anstieg der europäischen Gaspreise begann im Frühjahr 2021, als der durchschnittliche Spotpreis am TTF-Hub-Index zwischen 250 und 300 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter schwankte. Am Ende des Sommers lag der Preis für die sogenannten „Day-Ahead-Kontrakte“, also Kontrakte für den nächsten Tag, bei über 600 US-Dollar und Anfang Oktober bereits bei 1000 US-Dollar. Der Gaspreis am Futures-Markt erreichte mit 2190 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter am 21. Dezember 2021 seinen historischen Höchststand.
Schieberstation einer Gaspipeline - SNA, 1920, 22.02.2022
Letzte Schlacht um russisches Gas in Europa hat begonnen
Experten führen den Preisanstieg im Herbst 2021 auf mehrere Faktoren zurück: die starke Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas (LNG) in Asien, das begrenzte Angebot der großen Lieferanten und die geringe Auslastung der europäischen Untergrundspeicher nach einem langen kalten Winter und einem heißen Sommer im Jahr 2021. Die Preise gingen danach zwar wieder zurück, aber in der Geschichte der europäischen Gas-Hubs seit 1996 waren sie noch nie so hoch wie im Jahr 2021.
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