Mehr als fünf Millionen Kinder erlebten nahe Corona-Todesfälle

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Familie (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.02.2022
Mindestens 5,2 Millionen Kinder und Jugendliche haben einer Studie zufolge weltweit bis zum vergangenen Herbst im Zusammenhang mit der Pandemie einen Elternteil oder Sorgeberechtigten verloren.
Mehr Kinder und Jugendliche haben weltweit bis zum vergangenen Herbst im Zusammenhang mit der Pandemie einen Elternteil oder Sorgeberechtigten verloren, als es in dem 20-monatigen Untersuchungszeitraum vom März 2020 bis Oktober 2021 Corona-Todesfälle (fünf Millionen) gab. Das fanden internationale Forscher verschiedener Universitäten heraus. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie am Donnerstag im Fachmagazin „Lancet Child Adolescent Health“.

Extrem hohe Dunkelziffer

Das bedeutet, dass für jeden Corona-Todesfall mehr als ein Minderjähriger oder eine Minderjährige kommt, der oder die einen Elternteil oder Sorgeberechtigten verloren hat. Für ihre Auswertung bezogen sich die unter anderem am Londoner Imperial College tätigen Wissenschaftler auf verfügbare offizielle Daten zu den in den jeweiligen Nationen verzeichneten Corona-Todesfällen sowie zur Übersterblichkeit und stellten auf dieser Basis Modellierungen an. Die genannten Zahlen könnten den Forschern zufolge auch noch rückwirkend ansteigen, wenn sich die Datenqualität verbessert. In vielen Regionen wird mit einer extrem hohen Dunkelziffer gerechnet.
Zwei von drei Minderjährigen, die in der Pandemie einen Elternteil oder eine sorgeberechtigte Person verloren, waren im Alter von zehn bis siebzehn Jahren. Laut den Daten sind Männer häufiger an Covid-19 gestorben als Frauen: Drei von vier betroffenen Kindern und Jugendlichen haben ihren Vater verloren.

Enorme regionale Unterschiede

Außerdem zeigten sich enorme regionale Unterschiede: Während in Indien, bei einer Bevölkerung von 1,38 Milliarden, in dem Zeitraum rund 1,9 Millionen Kinder einen Verlust erlitten und in Mexiko 192.000 (Bevölkerung 128,9 Millionen), waren es in Deutschland (Bevölkerung 83,24 Millionen) lediglich 2400. 1800 davon verloren ihren Vater, 600 die Mutter.
Die Forscher sprechen sich auf Basis ihrer Auswertung dafür aus, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, die Eltern oder enge Bezugspersonen verloren haben, stärker politisch zu berücksichtigen. So müssten entsprechende Programme geschaffen werden, die auf ihre speziellen Erfahrungen eingehen. Insbesondere bei Jugendlichen bestehe ansonsten ein erhöhtes Risiko für psychische und körperliche Erkrankung, negative Auswirkungen auf die Bildung oder ihre Bindung zur Familie.
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