„Erschreckende Mängel“: Frierende Bundeswehr im Baltikum soll Nato-Ostflanke stärken

© REUTERS / FABIAN BIMMERBundeswehr im Baltikum, 14. Februar 2022
Bundeswehr im Baltikum, 14. Februar 2022 - SNA, 1920, 25.02.2022
Die Bundesregierung will nach Informationen der ARD zusätzliche Soldaten, Waffensysteme und Kriegsschiffe zur Stärkung der Nato-Ostflanke anbieten. Dem Bericht zufolge könnten zeitnah unter anderem ein „Patriot“-Flugabwehrraketensystem sowie „eine Infanterie-Kompanie in die baltischen Nato-Staaten verlegt werden“.
Die deutschen Bundeswehr-Einheiten, darunter eine Infanterie-Kompanie bestehend aus 150 Soldaten mit einem Dutzend „Boxer“-Radpanzern, könnten sich in Rumänien einem französischen Gefechtsverband anschließen. Diesen habe Paris bereits bei der Nato angekündigt.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen in Moskau mit dem Außenminister der LVR, Vladislav Deinego, und dem Ersten Stellvertretenden Außenminister der DNR, Sergej Peresada - SNA, 1920, 25.02.2022
Ziel russischer Spezialoperation ist Befreiung der Ukrainer von Unterdrückung – Lawrow
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) bot am Freitag den Nato-Staaten in Osteuropa das „Patriot“-Flugabwehrraketensystem an, das „etwa im Baltikum“ für besseren Schutz sorgen könnte.
„Darüber hinaus will die Bundesregierung der Allianz für Nato-Missionen in der Nord- und Ostsee eine Korvette und eine Fregatte offerieren. Diese Kriegsschiffe müssten allerdings von anderen Missionen im Mittelmeer abgezogen werden. Hinzu kommt noch ein deutsches Flottendienstboot mit Sensortechnik, das bereits in die Ostsee unterwegs ist.“

Kritik an mangelhafter Bundeswehr-Ausrüstung

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) hatte zuvor auf „erschreckende Ausrüstungsmängel“ in der deutschen Armee hingewiesen. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, „die in Litauen auf dem Militärstützpunkt Rukla die russische Armee abschrecken sollen“, würden keinen ausreichenden Kälte- und Nässeschutz haben. Es fehle etwa an dicken Jacken und Unterwäsche, kritisierte sie.
FDP-Chef Christian Lindner - SNA, 1920, 25.02.2022
„Sinkende Verteidigungsausgaben passen nicht in die Zeit“ – Bundesfinanzminister Lindner
Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) forderte laut Medien vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts ebenso mehr Investitionen in die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr. Deutschland sei jetzt quasi Nachbar „eines aggressiv Krieg führenden Landes“, sagte er. Berlin müsse darauf achten, „dass wir eine voll wehrfähige Armee haben, die einsatzfähig und robust ist“, so Habeck.
Auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) verlangt dem ARD-Bericht nach mehr Mittel für die Bundeswehr „als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine“.
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