Dänemark will Kampfflugzeuge nach Polen entsenden und ukrainische Flüchtlinge aufnehmen

© SNA / Maksim Blinov / Zur BilddatenbankBelarussische und russische Soldaten bei gemeinsamen Übungen
Belarussische und russische Soldaten bei gemeinsamen Übungen  - SNA, 1920, 25.02.2022
Angesichts der Militäroperation der russischen Streitkräfte in der Ukraine haben sich mehrere dänische Politiker für eine noch engere Zusammenarbeit mit der Nato ausgesprochen, obgleich die aktuelle Lage weder für das Sicherheitsbündnis noch für Dänemark eine militärische Bedrohung darstellt.
In einem Bericht des örtlichen Fernsehsenders „TV2“, haben sich Premierministerin Mette Frederiksen, Außenminister Jeppe Kofod und Verteidigungsminister Morten Bødskov angesichts der Lage in der Ukraine für eine Unterstützung der Nato ausgesprochen, obgleich dies nicht als eine direkte militärische Bedrohung für das eigene Land und das Militärbündnis erachtet werde.

Die Politiker kritisierten die russischen Militäroperation, Frederiksen sprach von einem „Angriff auf den Frieden und die Stabilität in Europa“.

Die aktuelle Situation führe auch für Dänemark zu Konsequenzen, so die Premierministerin. So könnten beispielsweise die Wirtschaft und die Energieversorgung von den Auswirkungen des Konflikts betroffen sein.

Der „brutale Angriff“ auf die Ukraine habe bei östlichen Verbündeten Dänemarks Besorgnis erregt. Dänemark habe im Zusammenhang mit seiner Lage in der Ostsee Verpflichtungen, so der Verteidigungsminister des Landes.
FDP-Chef Christian Lindner - SNA, 1920, 25.02.2022
„Sinkende Verteidigungsausgaben passen nicht in die Zeit“ – Bundesfinanzminister Lindner

Geplante Maßnahmen

Nach Angaben der Politiker will die dänische Regierung zwei F-16 Kampfflugzeuge aus US-amerikanischer Produktion nach Polen entsenden, um den dortigen Luftraum zu sichern.

Laut „TV2“ äußerte der Verteidigungsminister am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen die Ansicht, dass man das dänische Parlament noch am Abend um Unterstützung dafür bitten wolle.

Bislang habe man vier F-16-Kampfjets in Litauen und zwei auf der Ostsee-Insel Bornholm stationiert. 200 dänische Soldaten sollen zudem die Nato-Bereitschaft in Estland stärken.

Dem Sicherheitsbündnis soll ein Transportflugzeug und ein mobiles Krankenhaus zur Verfügung gestellt werden. Auch zwei Fregatten der dänischen Marine sollen zur Unterstützung der Nato abgeordnet werden.

Ferner wolle Dänemark den Betroffenen humanitäre Hilfe leisten. Laut Premierministerin Frederiksen sei die Regierung bereit, nicht nur die besagte Unterstützung zu leisten, sondern auch ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Ansprache an die Bürger Russlands den Beginn einer Sondermilitäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk verkündet. Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus. Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Denazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, berichtete das Verteidigungsministerium in Moskau.
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