Mit diesen Sanktionen trifft der Westen Russlands Wirtschaft am stärksten

© SNA / Mariia DevakhinaRussische Rubel
Russische Rubel - SNA, 1920, 24.02.2022
Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel zeigen, mit welchen Handelssanktionen der Westen die russische Wirtschaft am härtesten treffen würde. Demnach hätte ein Handelsstopp mit Gas einen Einbruch der russischen Wirtschaftsleistung um knapp drei Prozent zur Folge.
Simulationsrechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) zeigen, wie sich ein Handelsembargo gegen Russland für bestimmte Produktgruppen mittelfristig auswirken würde. Simuliert wurde ein völliger Stopp aller Importe und Exporte für die jeweilige Produktgruppe durch die westlichen Verbündeten.

Gasembargo am wirkungsvollsten

Demnach hätte ein Embargo mit Gas die wirtschaftlich gravierendsten Folgen, Russlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde dabei um 2,9 Prozent einbrechen. Deutschlands BIP dagegen würde sogar leicht um 0,1 Prozent zunehmen, ebenso würde das BIP der EU minimal steigen. Die Berechnungen gelten ebenso für den Fall, dass ein Gasembargo von Seiten Russlands verhängt würde.
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Grund für das Plus ist, dass die westlichen Verbündeten die fehlenden Importe Russlands durch Produkte der Bündnispartner ersetzen würden und hier Deutschland besonders wettbewerbsfähig ist. Im Falle eines Gasembargos hätte Deutschland beispielsweise bei der energieintensiven Produktion bzw. Verarbeitung von Metallen einen Kostenvorteil, weil sein Energiemix nur zu verhältnismäßig geringen Teilen aus russischem Gas besteht.

Auch Ölembargo schädlich

Ein Handelsembargo mit Öl hätte für Russland einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent zur Folge, in Deutschland und der EU um jeweils 0,1 Prozent. Ein Embargo für Maschinen und Maschinenteile ließe Russlands Wirtschaft um 0,5 Prozent schrumpfen, ein Embargo auf Fahrzeuge und Fahrzeugteile um 0,3 Prozent.
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„Unsere Berechnungen sind exemplarischer Natur, aber sie zeigen klar, dass die mittelfristigen wirtschaftlichen Folgen von Handelsembargos Russland sehr viel härter treffen würden als die westlichen Verbündeten“, sagte Hendrik Mahlkow, Handelsforscher am IfW Kiel, der die Berechnungen durchführte.
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