Russische Region Rostow nimmt knapp 7000 Donbass-Evakuierte auf

© SNA / Maksim Zakharov / Zur BilddatenbankRussische Region Rostow nimmt Donbass-Evakuierte auf
Russische Region Rostow nimmt Donbass-Evakuierte auf - SNA, 1920, 24.02.2022
Nach offiziellen Angaben sind in der südrussischen Region Rostow an der Grenze zu den selbsterklären Volksrepubliken Donezk und Lugansk 6800 aus dem Donbass evakuierte Menschen in provisorischen Unterkünften untergebracht worden. Weitere Auffangstellen für Evakuierte sind auf der russischen Halbinsel Krim aufgebaut worden.
Die Hälfte der beherbergten Menschen sind Kinder: „Stand 24. Februar befinden sich in den 124 provisorischen Unterkünften der Region Rostow 6870 Menschen, darunter 3533 Kinder“, gab die Regionalregierung am heutigen Morgen bekannt.
Um die Aufnahme der Evakuierten so rasch wie möglich zu bewerkstelligen, sei in der Region der Ausnahmezustand ausgerufen worden, erklärte der zuständige Gouverneur Wassili Golubew. Die Regionalbehörden seien aufgerufen, weiterhin „in völliger und exakter Koordination“ zusammenzuarbeiten. Es seien bereits Unterstützungsgelder in Höhe von 10.000 Rubel pro Person sowie 10.000 SIM-Karten für das russische Kommunikationsnetz an die Ankömmlinge ausgegeben worden.
Auch die Halbinsel Krim nimmt Evakuierte aus dem Donbass auf. Das russische Katastrophenschutzministerium habe in der Ortschaft Armjansk im Norden der Halbinsel zwei provisorische Unterkünfte aufgebaut, hieß es aus der Regionalregierung am heutigen Donnerstag.

Evakuierung aus dem Donbass

Nach Berichten aus den Volksrepubliken Donezk und Lugansk hatte die ukrainische Armee Ende letzter Woche das Feuer eröffnet und Ortschaften östlich der Kontaktlinie im Donbass unter Beschuss genommen – auch unter Einsatz schwerer, in den Minsker Vereinbarungen verbotener Waffen. Daraufhin haben die Behörden der DVR und LVR eine Evakuierung der Bevölkerung eingeleitet. Bisher sind zehntausende Zivilisten – hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen – nach Russland gebracht worden, wo sie weiter versorgt werden.
Verteidigungsministerium der Russischen Föderation - SNA, 1920, 24.02.2022
Russisches Verteidigungsministerium: Führen keine Angriffe gegen ukrainische Städte durch
Russlands Präsident Putin erklärte in einer Fernsehansprache am vergangenen Montag, die Weltöffentlichkeit ignoriere den Horror und Genozid, die in den Volksrepubliken herrschten: Es vergehe kein Tag ohne Beschuss durch ukrainische Truppen, ohne Verbrechen an wehrlosen Zivilisten.

Spezialoperation auf Grundlage des Völkerrechts

In einer weiteren Ansprache am heutigen Donnerstag ordnete Putin eine Spezialoperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk an. Dies sei eine Antwort auf entsprechende Bitten der Volksrepubliken, Beistand bei der Abwehr der Aggression der ukrainischen Streitkräfte zu leisten. Man müsse „entschlossen und unverzüglich handeln“, denn die Regierungen der beiden Volksrepubliken hätten Russland um Beistand gebeten.
Nach den jüngsten Angaben des russischen Verteidigungsministeriums führt Russland hochpräzise Angriffe gegen militärische Objekte in der Ukraine durch, greift aber die Städte des Landes nicht an. Es bestehe demnach keine Gefahr für Zivilisten.
Volksrepublik Lugansk - SNA, 1920, 24.02.2022
Volksmiliz bringt Stadt Stschastje und Siedlung Luganskaja unter Kontrolle – Lugansk
Der russische Spezialeinsatz erfolge auf Grundlage von Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen, mit Zustimmung des russischen Föderationsrates (Parlamentsoberhaus) und zur Erfüllung der in Russland ratifizierten Freundschafts- und Beistandsverträge mit der DVR und LVR. Die Schuld für das Blutvergießen hätten die Machthaber in Kiew auf sich geladen, erklärte Putin und rief die ukrainischen Soldaten auf, die „verbrecherischen Befehle“ der Kiewer Führung nicht auszuführen, die Waffen niederzulegen und, so wörtlich, „nach Hause zu gehen“.
Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hieß es am heutigen Donnerstag, die russischen Streitkräfte würden allein Militäreinrichtungen in der Ukraine beschießen, keine Städte. Es erfolgten Präzisionsschläge gegen Flugplätze und Flugabwehrstellungen sowie militärische Infrastruktur in der Ukraine. Die zivile Bevölkerung sei außer Gefahr. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, erklärte, Russland treffe die Maßnahmen nicht gegen das ukrainische Volk, sondern gegen die Junta, die die Macht im Lande an sich gerissen habe.
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