Mehr als 160 Flüge an Moskauer Flughäfen abgesagt

© SNA / Maksim BlinowInformationstafel, die über die Annullierung und Verspätung von Flügen auf dem internationalen Flughafen Platow in Rostow am Don, Russland, informiert.
Informationstafel, die über die Annullierung und Verspätung von Flügen auf dem internationalen Flughafen Platow in Rostow am Don, Russland, informiert. - SNA, 1920, 24.02.2022
An drei Verkehrsflughäfen der russischen Hauptstadt wurden am heutigen Donnerstag knapp 165 Flüge abgesagt. Weitere Flüge werden aufgrund von Luftraumsperrungen als verspätet angezeigt.
Um 9 Uhr 40 Ortszeit waren am Flughafen Vnukovo im Südwesten Moskaus 17 Flüge als verspätet gemeldet, 17 weitere wurden abgesagt. Am Flughafen Domodedowo im Südosten der russischen Hauptstadt waren es acht verspätete und 96 abgesagte Flüge. Am Flughafen Scheremetjewo waren 16 Flüge von Verspätungen betroffen, die Zahl der gecancelten Flüge belief sich nach Angaben von Online-Diensten auf 51.
Betroffen sind größtenteils Verbindungen in südliche Richtung, also Flüge in die südrussischen Städte Sotschi, Rostow-am-Don, Krasnodar, Anapa sowie Simferopol auf der Halbinsel Krim. Auch Flüge nach Ägypten, einem beliebten Reiseziel der Russen, wurden abgesagt. Als Grund für die Verzögerungen und Ausfälle werden Unwägbarkeiten und Luftraumsperrungen auf den Flugrouten vor dem Hintergrund der russischen Spezialoperation im Donbass angegeben. Die Flugrouten zu diesen Destinationen führen teilweise entlang der ukrainischen Grenze.

Landweg aus Südrussland steht offen

Das russische Verkehrsministerium hat soeben mitgeteilt, alle an einer Ausreise aus dem Süden Russlands interessierten Menschen könnten mit Bus und Bahn den Landesteil verlassen. Die verfügbaren Transportkapazitäten reichten aus, hieß es aus dem Ministerium. „Alle erforderliche Unterstützung wird vor Ort erteilt. Alle einschlägigen Behörden werden in die Arbeit einbezogen.“ Es sollen auch freiwillige Helfer zum Einsatz kommen.
© SNA / Maksim BlinowPassagiere im Warteraum des internationalen Flughafens Platow in Rostow am Don, Russland.
Passagiere im Warteraum des internationalen Flughafens Platow in Rostow am Don, Russland. - SNA, 1920, 24.02.2022
Passagiere im Warteraum des internationalen Flughafens Platow in Rostow am Don, Russland.
Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija teilt unterdessen mit, mehrere Flughäfen in Süd- und Zentralrussland hätten ihren Betrieb wegen der Lage in der Ukraine vorübergehend eingestellt, darunter die Flughäfen Rostow-am-Don, Krasnodar, Stawropol, Belgorod, Kursk, Woronesch und Simferopol.

Russlands Spezialeinsatz auf Grundlage des Völkerrechts

Nach Berichten aus den Volksrepubliken Donezk und Lugansk hatte die ukrainische Armee Ende letzter Woche das Feuer eröffnet und Ortschaften östlich der Kontaktlinie im Donbass unter Beschuss genommen – auch unter Einsatz schwerer, in den Minsker Vereinbarungen verbotener Waffen. Russlands Präsident Putin erklärte in einer Fernsehansprache am vergangenen Montag, die Weltöffentlichkeit ignoriere den Horror und Genozid, die in den Volksrepubliken herrschten: Es vergehe kein Tag ohne Beschuss durch ukrainische Truppen, ohne Verbrechen an wehrlosen Zivilisten.
In einer weiteren Ansprache am heutigen Donnerstag ordnete Putin eine Spezialoperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk an. Dies sei eine Antwort auf entsprechende Bitten der Volksrepubliken, Beistand bei der Abwehr der Aggression der ukrainischen Streitkräfte zu leisten. Man müsse „entschlossen und unverzüglich handeln“. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, erklärte, Russland treffe die Maßnahmen nicht gegen das ukrainische Volk, sondern gegen die Junta, die die Macht im Lande an sich gerissen habe.
Russische Region Rostow nimmt Donbass-Evakuierte auf - SNA, 1920, 24.02.2022
Russische Region Rostow nimmt knapp 7000 Donbass-Evakuierte auf
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