US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 werden Schröder nicht betreffen – Bericht

© SNA / Ilja Pitalew / Zur BilddatenbankGerhard Schröder
Gerhard Schröder - SNA, 1920, 23.02.2022
Die US-Sanktionen gegen das Projekt der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 werden den Altkanzler und Vorsitzenden des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG, Gerhard Schröder, einem Bericht zufolge nicht betreffen.
„Das Weiße Haus kündigte an, die Sanktionen würden Gerhard Schröder nicht betreffen“, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Weiße Haus.
Nach der Aussetzung des Genehmigungsverfahrens für die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Bundesregierung wollen nun auch die USA laut Präsident Joe Biden Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft und deren Top-Manager auf den Weg bringen.
Nord Stream 2 - SNA, 1920, 23.02.2022
US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Nord Stream 2 AG

Kritik an Schröder

Der Altkanzler hatte zuletzt mit Äußerungen zur Ukraine-Krise für Aufsehen und Kritik in der eigenen Partei gesorgt: So hatte Schröder etwa die Forderungen der Ukraine nach Waffenlieferungen als „Säbelrasseln“ kritisiert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellte später klar, dass Schröder nicht für die Bundesregierung spreche.
Vor dem Hintergrund der heftigen Kritik an dem Altkanzler hat der SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich auf dessen „große Verdienste“ verwiesen.
Angesprochen auf Schröders Engagement für die russische Energiebranche sagte Mützenich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Ich halte es da wie einer meiner Vorgänger, Peter Struck: Ich hätte das nicht gemacht.“
Er fügte aber hinzu: Unabhängig davon habe Schröder sich als Bundeskanzler große Verdienste erworben.
Schröder hatte von 1990 bis 1998 den Posten des Ministerpräsidenten von Niedersachsen bekleidet. Von Oktober 1998 bis November 2005 war er der siebte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Er war von 1978 bis 1980 Bundesvorsitzender der Jusos und von 1999 bis 2004 Vorsitzender der SPD. Seit dem Ende seiner politischen Karriere ist er als Wirtschaftsanwalt tätig, unter anderem als Aufsichtsratschef des Ostsee-Pipeline-Betreibers Nord Stream AG sowie des Gaskonzerns Rosneft (beides russische Staatskonzerne). Der russische Energieriese Gazprom hatte zudem jüngst mitgeteilt, Schröder sei für den Aufsichtsrat des Staatskonzerns nominiert worden. Weiterhin ist er Ehrenvorsitzender des Nah- und Mittelost-Vereins.
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