Ukrainischer Abgeordneter warnt vor „Annexion“ durch Ungarn und Polen

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankUkrainische Staatsflagge über dem Haus der Werchowna Rada
Ukrainische Staatsflagge über dem Haus der Werchowna Rada  - SNA, 1920, 23.02.2022
Nach der Abspaltung östlicher Regionen um Donezk und Lugansk befürchtet ein Parlamentarier in Kiew, dass die Ukraine auch einen Teil ihrer Gebiete an die westlichen Nachbarn verlieren kann.
Ungarn, Polen und Rumänien könnten jene Teile der Ukraine für sich beanspruchen, die zu Sowjetzeiten in die Ukraine eingegliedert worden seien, warnte Ilja Kywa am Dienstag auf Telegram. Schuld daran sei die "Politik der Entkommunisierung" der ukrainischen Regierung.
„Nun, müssen wir warten, bis Ungarn, Polen und Rumänien Anspruch auf das Territorium erheben, das die Ukraine während des 'verhassten kommunistischen Besatzungsregimes' erhalten hat“, schrieb Kywa. Der 44-Jährige ist Mitglied bei der Partei „Oppositionsplattform – Für das Leben“, das sich für eine Annäherung an Russland einsetzt.
Aus seiner Sicht wäre diese Entwicklung dadurch erleichtert, dass viele Menschen in der Westukraine bereits eine doppelte Staatsbürgerschaft besäßen:
„Die Regionen Ternopil, Tscherniwzi, Wolyn und Lwiw haben sich schon längst darauf vorbereitet, indem sie eine zweite Staatsbürgerschaft erhalten haben, und warten nun mit Ungeduld auf ihre 'Annexion'“, schrieb der Abgeordnete.
Der östliche Nachbar der Ukraine, Russland, hatte am Montag die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ostukraine als unabhängige Staaten anerkannt. Der Entscheidung war eine Eskalation der Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und den beiden Regionen vorausgegangen, die bereits seit 2014 von Kiew de facto unabhängig waren.
In einer TV-Ansprache an die Nation begründete der russische Präsident Wladimir Putin seine Entscheidung unter anderem damit, dass die Ukraine die Minsker Abkommen über eine friedliche Beilegung des Konflikts jahrelang ignoriert habe. Er kritisierte Kiews "Dekommunisierungskurs" und erinnerte daran, dass gerade der sowjetische Machthaber Josef Stalin kurz vor Beginn und nach Ende des Großen Vaterländischen Krieges (1941/45) polnische, rumänische und ungarische Gebiete in die Ukraine eingegliedert habe.
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