Trump: Putins Vorgehen in Ukraine-Krise „genial“ – aber mit ihm im Amt „wäre das nicht passiert“

© AP Photo / Evan VucciDie Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin (l.) und Donald Trump (Archiv)
Die Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin (l.) und Donald Trump (Archiv) - SNA, 1920, 23.02.2022
Ex-US-Präsident Donald Trump hat das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine-Krise als „genial“ und „schlau“ gelobt. Allerdings schloss er die Möglichkeit eines solchen Szenarios aus, falls er gegenwärtig im Amt wäre. Darüber sprach er im Interview mit der Talk-Radiosendung „The Clay Travis and Buck Sexton Show“.
Trump kommentierte am Dienstag Putins jüngste Entscheidung, die Unabhängigkeit der Donbass-Republiken, Donezk und Lugansk, anzuerkennen: „Das ist genial.“ Der Kremlchef erkläre einen großen Teil der Ukraine für unabhängig und schicke Friedenstruppen dorthin. „Wie schlau ist das denn?“, fragte der Ex-Präsident.
„Wir könnten sie an unserer Südgrenze einsetzen. Das ist die stärkste Friedenskraft, die ich je gesehen habe“, so der Ex-Präsident.
Mit Blick auf Putin sagte Trump weiter: „Das ist ein Mann, der sehr klug ist. Ich kenne ihn sehr gut.“ Dabei wies er die Worte des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden, wonach es sich nun um eine „Invasion“ Russlands in die Ukraine handele, zurück und erklärte, Biden habe keine Vorstellung davon, was er tue.
Gleichzeitig behauptete der Republikaner, mit ihm als Präsident wäre es nicht dazu gekommen: „Das wäre mit uns nie passiert.“ Mit ihm im Amt wäre das „undenkbar“ gewesen, sagte Trump. Seinem Amtsnachfolger Joe Biden warf er vor, im Umgang mit Russland versagt zu haben.

„Ich kannte Putin sehr gut. Ich habe mich super mit ihm verstanden. Er mochte mich. Ich mochte ihn. (...) Er ist ein harter Brocken, hat viel Charme und viel Stolz. (…) Er liebt sein Land“, erklärte Trump.

Laut dem ehemaligen US-Präsidenten sieht Putin jetzt eine Chance darin, was er tue. Trump hat nach eigenen Angaben gewusst, „dass er immer die Ukraine wollte“. Er habe früher mit Putin darüber gesprochen und gesagt: „Das kannst du nicht. Du wirst es nicht tun.“ Allerdings habe er „sehen können“, dass Russlands Präsident dies gewollt habe.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Dienstagabend (Ortszeit) auf Nachfrage zu dem Trump-Kommentar: „Wir versuchen grundsätzlich, keine Ratschläge von jemandem anzunehmen, der Präsident Putin und dessen Militärstrategie lobt.“
Trump hatte bereits zuvor Bidens Kurs in der Ukraine-Krise kritisiert und behauptet, wäre er Präsident, wären die Spannungen mit Russland nie derart eskaliert.
UN-Generalversammlung (Archiv-, Symbolbild) - SNA, 1920, 22.02.2022
Russland erkennt Lugansk und Donezk an – USA sprechen von „Vorwand für weitere Invasion“ in Ukraine

Angespannte Ukraine-Situation

Vorige Woche war die Lage in der ostukrainischen Region Donbass eskaliert, als die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk verstärkten Beschuss mit schwerer Munition seitens ukrainischer Streitkräfte gemeldet hatten. Beide Republiken befürchten eine Invasion ukrainischer Truppen und lassen daher Frauen und Kinder nach Russland evakuieren.
Am Montag hat Wladimir Putin die Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ostukraine anerkannt und daraufhin eine Entsendung russischer Soldaten dorthin angeordnet. Der Westen wirft ihm hingegen vor, damit gegen das Völkerrecht zu verstoßen und eine Invasion vorzubereiten. Auch sind bereits mehrere Sanktionen gegen Russland in diesem Zusammenhang angekündigt worden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала