Russlands Botschafter: USA haben Kiew zur Nicht-Umsetzung Minsker Vereinbarungen ermutigt

© SNA / Ilja Pitaljow / Zur BilddatenbankDer Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Russlands in den USA, Anatoli Antonow (Archiv)
Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Russlands in den USA, Anatoli Antonow (Archiv) - SNA, 1920, 23.02.2022
Russlands Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, hat Washington Tatenlosigkeit mit Blick auf die ukrainische Nicht-Erfüllung der Verpflichtungen aus den Minsker Vereinbarungen vorgeworfen. Ihm zufolge entschieden sich die USA für einen anderen Weg – nämlich Kiew mit Waffen „vollzupumpen“ und zum Krieg anzuspornen.
Wie Antonow in einem auf Facebook veröffentlichten Interview der russischen Botschaft in den USA berichtete, haben die Amerikaner innerhalb von sieben Jahre nichts unternommen, um die ukrainische Führung von der Notwendigkeit der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu überzeugen.
„Stattdessen ermutigte Washington das Kiewer Regime zur Tatenlosigkeit“, erklärte der russische Vertreter.
Darüber hinaus verwies er auf die kriminelle Verfolgung der russischsprachigen Bevölkerung des Landes, wobei Kiew weggesehen habe.
„Auf den Schultern der Vereinigten Staaten sitzend“, habe Kiew an die Möglichkeit geglaubt, den innerukrainischen Konflikt mit Gewalt zu lösen, so Antonow. Russland konnte ihm zufolge den weiteren Tod von Zivilisten im Donbass nicht zulassen, die in letzter Zeit „einer direkten Bedrohung der Vernichtung“ ausgesetzt waren.
Das Problem zu lösen oder sich ihm zumindest zu nähern, war laut dem Botschafter recht einfach. Es wäre vom Weißen Haus ausreichend gewesen, die „offiziellen Vertreter Kiews aufzufordern, sich mit ihren Landsleuten aus Donezk und Lugansk an den Verhandlungstisch zu setzen“, machte Antonow deutlich.
„Der Gewinn für alle Konfliktparteien liegt auf der Hand. Allerdings wurde hier eine andere Linie gewählt – das Kiewer Regime mit Waffen vollzupumpen und zum Krieg anzuspornen“.
Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass die Ukraine die Minsker Abkommen über eine friedliche Beilegung des Konflikts jahrelang ignoriert habe. Diese Friedensvereinbarungen sind nach Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin erloschen, weil Russland die selbsterklären Volksrepubliken Donezk und Lugansk anerkannt hat.
Europa sei nicht in der Lage gewesen, Kiew zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu bewegen. Eben deshalb habe sich Russlands gezwungen gesehen, die Unabhängigkeit der beiden Donbass-Republiken anzuerkennen, betonte der Staatschef.
Flagge Russlands und der EU - SNA, 1920, 22.02.2022
Außenminister der EU-Staaten stimmen Sanktionen gegen Russland zu

Antonow zu neuen US-Sanktionen gegen Russland

Des Weiteren ging der Botschafter auf die US-Sanktionen gegen Russland ein. In Bezug auf Russland würden Sanktionen so gut wie nichts ändern. Es lasse sich schwer vorstellen, dass irgendjemand in Washington damit rechne, dass Russland seine Außenpolitik unter Androhung von Restriktionen revidieren würde, sagte Antonow.
Der Botschafter könne sich an keinen einzigen Tag erinnern, an dem Russland „ohne Einschränkungen seitens des Westens“ gelebt habe.
„Wir haben gelernt, unter solchen Bedingungen zu arbeiten. Und nicht nur zu überleben, sondern auch unseren Staat zu entwickeln“, so der Botschafter weiter.
Laut Antonow besteht kein Zweifel, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen den globalen Finanz- und Energiemärkten schaden werden. Auch an den Vereinigten Staaten würden die Maßnahmen nicht spurlos vorbeigehen, wenn die normalen Bürger etwa „die vollen Folgen steigender Preise“ zu spüren bekommen würden.
Russisches Außenministerium - SNA, 1920, 22.02.2022
„Hat vor nichts Angst“: Russland reagiert unbeeindruckt auf neue Sanktionen

Spannungen wegen Anerkennung der DVR und der LVR durch Russland

Vorige Woche war die Lage in der ostukrainischen Region Donbass eskaliert, als die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk verstärkten Beschuss mit schwerer Munition seitens ukrainischer Streitkräfte gemeldet hatten. Beide Republiken befürchten eine Invasion ukrainischer Truppen und lassen daher Frauen und Kinder nach Russland evakuieren.
Am Montagabend hat der russische Präsident, Wladimir Putin, in einer Videoansprache an die Bürger die Entscheidung bekannt gegeben, Donezk und Lugansk als unabhängige Staaten anzuerkennen. Danach wurden im Kreml im Beisein der Republikchefs ein entsprechendes Dekret unterzeichnet sowie mit beiden Republiken Verträge über gegenseitige Freundschaft und Unterstützung geschlossen.
Mehrere westliche Länder haben die Entscheidung des russischen Präsidenten scharf verurteilt und sich auf Sanktionen gegen Russland geeinigt. Dabei geht es insbesondere um die Personen und Organisationen, die angeblich dazu beitragen, die territoriale Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine zu untergraben. Laut dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell wird es vorerst allerdings keine Sanktionen gegen Putin geben.
Darüber hinaus hat der russische Präsident die Entsendung von Truppen nach Lugansk und Donezk angeordnet. Die Einheiten sollen dort laut dem unterzeichneten Dekret „für die Aufrechterhaltung des Friedens sorgen“. Einige US- sowie EU-Politiker sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Vorwand zur russischen Invasion in die Ukraine“
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