Donbass-Anerkennung schickt Rubel auf Talfahrt – Ölpreis klettert auf 8-Jahres-Hoch

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Aktien (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.02.2022
Die Entscheidung Russlands, die abtrünnigen Gebiete in der Ost-Ukraine als unabhängig anzuerkennen, hat die Ölpreise am Dienstag stark angetrieben. Dagegen erlebte der russische Rubel den stärksten Einbruch seit 15 Monaten.
Da Russland eines der wichtigsten Ölförderländer ist, ist die Sorge vor einer Angebotsverknappung auf dem Weltmarkt groß. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 97,63 US-Dollar, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Das waren 2,24 Dollar mehr als am Vortag. Zwischenzeitlich erreichte der Preis für diese Sorte den höchsten Stand seit 2014. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zog um 3,60 Dollar auf 94,67 Dollar an.
Der russische Rubel sank dagegen auf den tiefsten Stand seit mehr als 15 Monaten. Laut Reuters kostete ein US-Dollar nun inzwischen 80,58 Rubel. Im Handelsverlauf machte die russische Währung ihre Verluste teilweise wett.
EZB-Zentrale in Frankfurt (Archivfoto) - SNA, 1920, 22.02.2022
Ökonom: Eskalation der Ukraine-Krise „Gift“ für deutsche Konjunktur
„Mit der Anerkennung der beiden von der Ukraine abtrünnigen 'Volksrepubliken' durch Russlands Präsident Wladimir Putin und mit seiner Ankündigung, reguläre russische Truppen dorthin zu entsenden, hat der russische Machthaber die niedrigste Eskalationsstufe gewählt, die möglich war“, zitierte Reuters den Commerzbank-Analysten Ulrich Leuchtmann.
Die Ukraine-Krise war am Montagabend weiter eskaliert, nachdem der russische Präsident Putin die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine als unabhängige Staaten anerkannt hatte. Außerdem ordnete Putin die Entsendung von Truppen in die beiden Regionen an, um dort Frieden zu sichern. Seine Entscheidung begründete der Kremlchef unter anderem damit, dass die Ukraine die Minsker Abkommen über eine friedliche Beilegung des Konflikts ignoriere.
Die Volksrepubliken Lugansk und Donezk hatten bereits nach dem Umsturz in Kiew Anfang 2014 ihre Unabhängigkeit erklärt. Die ukrainische Regierung reagierte damals mit der Entsendung von Truppen. Der seitdem schwelende militärische Konflikt im Osten der Ukraine hat nach UN-Angaben mindestens 13.000 Menschen das Leben gekostet.
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