Labore: Wohl deutliche Untererfassung von Corona-Fällen

© SNA / Alexej Suchorukow / Zur BilddatenbankCorona-Test (Syblolbild)
Corona-Test (Syblolbild) - SNA, 1920, 22.02.2022
Corona-Infektionen werden laut einem Laborverband gegenwärtig nicht ausreichend erfasst, weil zu viele nicht mehr getestet werden. In der Folge spiegelt die 7-Tage-Inzidenz das Infektionsgeschehen im Land nicht ausreichend wider. Die Auslastung der Labore ist zwischenzeitig von 93 Prozent auf 73 Prozent gefallen.
Viele Corona-Infizierte werden nach Befürchtungen eines Laborverbands nicht mehr mit einem PCR-Test erkannt. „Wir sind besorgt, dass aufgrund der zurückliegenden unglücklichen politischen Kommunikation und Diskussion zur Priorisierung in den Laboren zu viele erkrankte Menschen nicht mehr mittels PCR getestet werden“, teilte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, am Dienstag in Berlin mit.

Pandemie-Statistiken bauen auf PCR-Tests auf

Nur mit einem PCR-Test bestätigte Corona-Fälle gehen in die offiziellen Pandemie-Statistiken ein – wenn weniger Infektionen via PCR abgeklärt werden, fallen Werte wie die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz niedriger aus.
Digitaler Impfpass (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.02.2022
Falsche Impfpässe & Co.: Rund 2700 Anzeigen 2021 – Bundespolizei

Laborauslastung deutlich gesunken

Hintergrund der Befürchtung sind ALM-Daten, wonach vergangene Woche eine „spürbare Entspannung“ in vielen Testlaboren in Deutschland einsetzte. Die Auslastung gab die Organisation im bundesweiten Schnitt mit 73 Prozent an, nach 86 und 93 Prozent in den Vorwochen. Gut zwei Millionen PCR-Tests wurden demnach durchgeführt, wovon ein weiter sehr hoher Anteil von knapp der Hälfte positiv auf Sars-CoV-2 ausfiel (Vorwoche: rund 2,3 Millionen Tests). Die rückläufige Zahl an PCR-Tests bedeute keine Entspannung im Pandemiegeschehen, hieß es vom Verband.

Genug Tests für Menschen mit Symptomen vorhanden

Für erkrankte Menschen mit Symptomen stehe immer ein fachärztlicher PCR-Test zur Verfügung, stellte ALM klar. „Hierfür stellten und stellen die medizinischen Labore zu jedem Zeitpunkt ausreichende Kapazitäten zur Verfügung“, sagte Müller. In Bezug auf die sinkende Auslastung in den Laboren sei „die befristete Fokussierung in der Nationalen Teststrategie in dieser Form aus unserer Sicht nicht mehr notwendig“. Vielmehr solle das bekannte anlassbezogene und niedrigschwellige Testen weiterverfolgt werden.
Die ALM-Daten repräsentieren nach Verbandsangaben den Großteil des Corona-Testgeschehens in Deutschland.
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