Keine Zeit: Gespräch deutscher Unternehmer mit Putin abgesagt

© SNA / Wladimir TrefilowEine russische und eine deutsche Flagge
Eine russische und eine deutsche Flagge - SNA, 1920, 22.02.2022
Ein Gespräch im März zwischen deutschen Wirtschaftsmanagern und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin findet doch nicht statt.
„Ein für März anvisiertes Online-Meeting wird aus Termingründen nicht realisiert.“ Damit begründete laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Absage eines Gespräches mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Der Verband bestätigte am Dienstag den Bericht.
Der Ost-Ausschuss organisiert traditionell einmal im Jahr ein Unternehmergespräch mit dem Präsidenten und wirtschaftsrelevanten Ministern Russlands, um über die gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen zu diskutieren. 2021 war das Gespräch aufgrund der Anti-Corona-Maßnahmen ausgefallen.

„Deeskalation bleibt das Gebot der Stunde“

Putin hatte am Montag mit der Anerkennung von Separatistengebieten in der Ostukraine und der Entsendung von Truppen für heftige Kritik und Sorge im Westen gesorgt. In einer Mitteilung verurteilte der Ost-Ausschuss das Vorgehen der russischen Führung. Es handele sich um eine klare Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine und des Minsker Abkommens.
„Wir fordern Russland im Namen der deutschen Wirtschaft eindringlich auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“
Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen seien seit Jahrzehnten ein stabiles Fundament des bilateralen Verhältnisses. Das russische Vorgehen drohe dieses Fundament nachhaltig zu erschüttern. „Es bedroht zudem die gesamte Weltwirtschaft“, hieß es in der Mitteilung.
Zugleich forderte der Ost-Ausschuss die Bundesregierung und die EU auf, „besonnen“ zu handeln. „Deeskalation bleibt das Gebot der Stunde.“ Konkrete Angebote könnten den Weg zu neuen Verhandlungen unter Einbeziehung aller Beteiligten erleichtern. „Die Türen zum Dialog dürfen nicht endgültig zugeschlagen werden.“
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