Gesetzliche Krankenkassen mit größerem Defizit 2021

© AP Photo / Daniel ColeEine Krankenschwester wacht über einen Covid-19-Patienten an einem Beatmungsgerät auf der Intensivstation im Krankenhaus La Timone in Marseille, Südfrankreich, Freitag, 31. Dezember 2021.
Eine Krankenschwester wacht über einen Covid-19-Patienten an einem Beatmungsgerät auf der Intensivstation im Krankenhaus La Timone in Marseille, Südfrankreich, Freitag, 31. Dezember 2021. - SNA, 1920, 22.02.2022
Noch tiefer ins Minus sind 2021 gesetzliche Krankenkassen gefallen. Dem war bereits 2020 ein Jahr mit Defizit vorangegangen. Eine Rolle spielten dabei laut AOK-Bundesverband auch Gesetzesvorgaben. Nach der Corona-Pandemie dürften die Ausgaben in der medizinischen Versorgung deswegen steigen.
Die gesetzlichen Krankenversicherungen sind im vergangenen Jahr insgesamt tiefer ins Minus gerutscht. Allein bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) stand ein vorläufiges Defizit von 4,1 Milliarden Euro, wie der Bundesverband am Dienstag auf Anfrage in Berlin mitteilte. Im Jahr 2020 waren es bei der AOK minus 974 Millionen Euro gewesen. Zunächst berichteten „Handelsblatt“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Ärzte Zeitung“ darüber. Für 2020 hatten alle gesetzliche Kassen ein Defizit von 2,7 Milliarden Euro verbucht. Wie die Zeitungen weiter berichteten, kamen die Ersatzkassen nun auf minus 576 Millionen Euro. Dazu gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.

Abschmelzen von Finanzreserven und Nachholeffekte nach der Krise

Der AOK-Bundesverband erläuterte, dass sich im Ergebnis auch mehrere Sondereffekte widerspiegelten, darunter ein gesetzlich vorgeschriebenes Abschmelzen von Finanzreserven der Kassen. In der nächsten Zeit sei mit kräftigen Nachholeffekten nach der Corona-Krise und einem Anstieg der Ausgaben zu rechnen. Angesichts der geschwächten Finanzbasis würden daher von der Politik deutliche Signale zur finanziellen Stabilisierung erwartet.
Krankenhaus (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.01.2022
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