DVR und LVR werden in den Grenzen der Gebiete Donezk und Lugansk anerkannt – russisches Unterhaus

© SNA / Sergei Pivovarov / Zur BilddatenbankMenschen am Kontrollpunkt Matveev Kurgan in der Region Rostow
Menschen am Kontrollpunkt Matveev Kurgan in der Region Rostow - SNA, 1920, 22.02.2022
Die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk (DVR) und Lugansk (LVR) werden in den Grenzen der entsprechenden Gebiete anerkannt, wie der Leiter des Ausschusses für Angelegenheiten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) bei der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments), Leonid Kalaschnikow, am Dienstag erklärte.
„In diesem Vertrag wird nicht präzisiert, aber ich denke, dass die Staatlichkeit gemeint ist, die durch das alte und einzige Referendum gebilligt wurde, welches in anderen Grenzen, als diejenigen, die jetzt die DVR einnimmt, abgehalten wurde,“, fügte er hinzu.
Zurzeit kontrollierten die Republiken nur einen Teil der Gebiete Donezk und Lugansk, sie finden aber, dass sich ihre Staatlichkeit auch auf die verbleibenden Territorien erstrecken würde, erklärte Kalaschnikow.

Russland erkennt Unabhängigkeit von Donezk und Lugansk an

Am Montagabend hatte der russische Präsident, Wladimir Putin, in einer Videoansprache an die Bürger Russlands die Entscheidung bekannt gegeben, die 2014 ausgerufenen Volksrepubliken Donezk und Lugansk als unabhängige Staaten anzuerkennen.
Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnet Dekrete zur Anerkennung von LVR und DVR - SNA, 1920, 21.02.2022
Russland erkennt Volksrepubliken Donezk und Lugansk als unabhängige Staaten an – Putin
Nach seiner Ansprache hat Putin im Beisein der Republikchefs von Donezk und Lugansk den Text der Anerkennung der beiden Volksrepubliken unterzeichnet sowie mit beiden Republiken Verträge über gegenseitige Freundschaft und Unterstützung geschlossen, die die Chefs der beiden Volksrepubliken gegenzeichneten.
Zuvor hatten die selbsterklärten Volksrepubliken um Anerkennung gebeten und Putin um Hilfe angerufen. Vor gut einer Woche hatte die Staatsduma den Staatschef in einem entsprechenden Appell zu der Anerkennung aufgerufen.

Lage im Donbass spitzt sich zu

Am Freitag war die Lage in der ostukrainischen Region Donbass eskaliert, als die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk verstärkten Beschuss mit schwerer Munition seitens ukrainischer Streitkräfte gemeldet hatten.
Lage im Donbass - SNA, 1920, 21.02.2022
Ukrainische Saboteure sprengen Waffenlager in Donezk
Nach Erkenntnissen des Donezker Geheimdienstes will die Ukraine mit einem großangelegten Angriff von Artillerie, Flugzeugen, Hubschraubern und Drohnen militärische und zivile Objekte zerstören sowie Donezk, Lugansk, Gorlowka und Altschewk blockieren.
Die DVR und die LVR haben angesichts des verstärkten Beschusses der Region eine Massenevakuierung ihrer Bürger eingeleitet. Die Menschen werden nach Südrussland gebracht. Am Samstag ordneten die Chefs der beiden Republiken eine allgemeine Mobilmachung an.

Umsturz in Kiew

Nach dem Umsturz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew im Februar 2014 hatten sich die an Russland angrenzenden Gebiete Donezk und Lugansk von der Ukraine losgesagt und gleichnamige Volksrepubliken ausgerufen. Zwei Monate später begann Kiew die sogenannte Anti-Terror-Operation gegen Donezk und Lugansk.
Evakuierung von Donbass-Bewohnern nach Russland - SNA, 1920, 19.02.2022
Evakuierung von Geflüchteten aus Donbass läuft weiter – Eisenbahn eingesetzt
Nach Angaben der Behörden der beiden Republiken kamen während der Kämpfe rund 6800 Volkswehrangehörige und Zivilisten ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer auf beiden Seiten wird von der UNO auf mehr als 13.000 beziffert. Rund 44.000 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt.
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