Von der Leyen sät Zweifel an Nord Stream 2

© AP Photo / Ronald WittekUrsula von der Leyen spricht vor dem Europaparlament in Straßburg am 19. Oktober 2021
Ursula von der Leyen spricht vor dem Europaparlament in Straßburg am 19. Oktober 2021 - SNA, 1920, 21.02.2022
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor einer starken Zentrierung der russischen Gaslieferungen im Falle der Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 gewarnt. Gleichzeitig stellte die CDU-Politikerin Russland „massive Konsequenzen“ in Aussicht, sollte es die Ukraine angreifen.
„Ich halte uns in Europa für jetzt schon zu erpressbar, angesichts der Tatsache, dass 40 Prozent des Gases, das importiert wird nach Europa, russisches Gas ist", sagte von der Leyen am Sonntagabend in der ARD laut Reuters. Dem russischen Gaslieferanten Gazprom attestierte sie ein „erstaunliches Verhalten“: Der Konzern habe in den vergangenen Wochen „immer am untersten Rand die Verträge erfüllt“. Die Lager seien auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren.
Die Pipeline Nord Stream 2, durch die künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach Deutschland und in weitere EU-Länder fließen sollen, ist bereits seit Ende 2020 betriebsbereit und wartet auf grünes Licht der deutschen und der europäischen Behörden. Durch die Inbetriebnahme der Pipeline befürchtet von der Leyen eine „starke Zentrierung und Abhängigkeit von russischem Gas ausschließlich über Nord Stream 2 und Nord Stream 1“.
Die Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und Joe Biden - SNA, 1920, 21.02.2022
Gipfel zwischen Biden und Putin zur Ukraine-Krise geplant
Im Fall eines Angriffs auf die Ukraine habe Russland „massive Konsequenzen“ zu erwarten, warnte die EU-Kommissionspräsidentin. „Die Finanzsanktionen bedeuten für den Kreml, dass wenn sie militärische Aggressionen gegen die Ukraine fahren, Russland im Prinzip abgeschnitten wird von den internationalen Finanzmärkten“, sagte von der Leyen laut der Deutschen Presse-Agentur.
Und die Wirtschaftssanktionen beträfen „alle die Güter, die Russland dringend braucht, um seine Wirtschaft zu modernisieren und zu diversifizieren, die aber von uns hergestellt werden, wo wir globale Dominanz haben und die Russland nicht ersetzen kann“. Russland hat nach westlichen Angaben etwa 150.000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland Ukraine zusammengezogen, streitet aber Angriffspläne ab.
Zuletzt erklärten sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege Joe Biden nach Angaben des Élyséepalastes zu einem Treffen bereit, um die Lage zu entspannen. Die Initiative für das Gipfeltreffen war vom französischen Präsidenten Macron ausgegangen.
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