Putin: USA und Nato erschließen Territorium der Ukraine als möglichen Kriegsschauplatz

© SNA / Alexej Nikolski / Zur BilddatenbankRusslands Präsident Wladimir Putin hält eine Ansprache an die Bürger Russlands und an die Landsleute im Ausland. Moskau, 21. Februar 2022
Russlands Präsident Wladimir Putin hält eine Ansprache an die Bürger Russlands und an die Landsleute im Ausland. Moskau, 21. Februar 2022 - SNA, 1920, 21.02.2022
Die USA und die Nato haben mit der Erschließung des Territoriums der Ukraine als potenziellen Kriegsschauplatz begonnen. Das erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am Montag in seiner live übertragenen Ansprache an die Bürger Russlands und an die Landsleute im Ausland.
„Unter dem Deckmantel gemeinsamer Militärmanöver der Ukraine und der Nato wird eine Gruppierung der Allianz in diesem Land geschaffen. (…) Und eine Mitgliedschaft der Ukraine im Nordatlantischen Bündnis würde die Gefahr eines Überraschungsschlages gegen Russland um ein Mehrfaches erhöhen“, sagte der russische Präsident.
Russland habe allen Grund zu der Annahme, dass der Nato-Beitritt der Ukraine und die Stationierung von Waffen der Allianz in diesem Land eine beschlossene Sache sei.

Pentagon entwickelt neue bodengestützte Angriffswaffen

„Nach dem Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag über das Verbot bodengestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen tüftelt das Pentagon ganz offen an einer Reihe von bodengestützten Angriffsmitteln, darunter von ballistischen Raketen mit einer Reichweite von bis zu 5500 Kilometern. Sollten die USA solche Systeme in der Ukraine aufbauen, könnten Objekte sogar jenseits des Ural getroffen werden“, sagte Putin.

Der Präsident warf der Nato eine jahrelange Täuschung Moskaus vor. Russland sei zu Sowjetzeiten bei der Wiedervereinigung Deutschlands versprochen worden, dass die Nato sich keinen Deut nach Osten ausdehne. „Sie haben uns betrogen", sagte Putin und erinnerte an fünf Erweiterungswellen der Allianz gen Osten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung der Organisation des Warschauer Vertrages.

Nato plant Zerstücklung Russlands

Die Nato habe es darauf angelegt, Russland als flächenmäßig größtes Land zu schwächen. In der Vergangenheit hätten der Westen und die Nato auch die Terroristen im Nordkaukasus unterstützt, sagte Putin mit Blick auf die beiden Kriege in der russischen Teilrepublik Tschetschenien.
Die Nato habe bisher alle Proteste und Warnungen Russlands ignoriert. Der Block habe seine militärische Infrastruktur immer weiter an die Grenzen Russlands heran bewegt. Das westliche Bündnis habe dabei auf Moskaus Sorgen „gespuckt" und gemacht, was es wolle.
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Putin signalisiert dem Westen Dialogbereitschaft

Zugleich betonte Putin, dass Russland weiter bereit sei zum Dialog mit dem Westen - mit der Nato und den USA. Voraussetzung sei ein Ende der Osterweiterung, ein Verzicht auf die Stationierung von Raketenabwehrsystemen und der Rückzug der Nato auf die Positionen von 1997, sagte Putin.

„Russland trat und tritt immer dafür ein, dass die schwierigsten Probleme mit politisch-diplomatischen Methoden am Verhandlungstisch gelöst werden“, betonte er.

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