Putin: „Zivilisierte Welt“ will Genozid im Donbass ignorieren

© Foto : TschigrinaVerwundete Einwohnerin der Siedlung Donezkij
Verwundete Einwohnerin der Siedlung Donezkij - SNA, 1920, 21.02.2022
Die sogenannte zivilisierte Welt will laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin das Grauen und den Völkermord im Donbass ignorieren.
„Die sogenannte zivilisierte Welt zieht es vor, den von Kiew begangenen Genozid im Donbass zu ignorieren. Als ob all dieser Horror, der Völkermord, dem fast vier Millionen Menschen ausgesetzt sind, nicht wären,“ sagte Putin am Montag in einer Ansprache an die Nation.
Der Grund dafür ist ihm zufolge die Tatsache, dass diese Menschen mit dem vom Westen unterstützten Putsch in der Ukraine im Jahr 2014 nicht einverstanden waren:
„Und sie kämpfen für ihre elementaren Rechte, im eigenen Land zu leben, ihre Muttersprache zu sprechen, ihre Kultur und Traditionen zu bewahren. Wie lange kann diese Tragödie andauern? Wie lange kann man das noch aushalten?“.
Der russische Präsident hatte bereits am vergangenen Dienstag in einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz im Zusammenhang mit dem Donbass das Wort „Genozid“ verwendet.
Scholz ließ diese Aussage zunächst unwidersprochen. Wenig später widersprach er Putins Darstellung aber deutlich: „Das ist ein heftiges Wort. (...) Es ist aber falsch.“ Scholz' Äußerung hatte breite Kritik in der russischen Führung hervorgerufen.
Die USA hatten Russland zuletzt beschuldigt, möglicherweise den Vorwurf des Völkermordes als Vorwand für eine Invasion der Ukraine nutzen zu wollen. Der Kreml hatte Angriffspläne immer vehement dementiert.
Russlands Präsident Wladimir Putin hält eine Ansprache an die Bürger Russlands und an die Landsleute im Ausland. Moskau, 21. Februar 2022 - SNA, 1920, 21.02.2022
Putin: USA und Nato erschließen Territorium der Ukraine als möglichen Kriegsschauplatz
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