„Es herrscht Krieg“: Vertreter der Donezker Volksmiliz meldet kritische Situation im Donbass

© REUTERS / Gleb GaranichUkrainische Soldaten in Donezk
Ukrainische Soldaten in Donezk  - SNA, 1920, 21.02.2022
Laut dem Vertreter der Donezker Volksmiliz Eduard Basurin entwickelt sich die aktuelle Lage im Donbass in Richtung eines Krieges. Ihm zufolge braucht die selbsterklärte Volksrepublik Donezk nun finanzielle und militärische Hilfe vonseiten Russlands.
„Es herrscht Krieg bei uns. Die Situation ist nicht nur schwierig, sie ist tatsächlich kritisch“, sagte er in einer YouTube-Sendung am Montag.
Dieser Krieg, so Basurin, sei in acht Jahren nicht zu Ende gegangen, „aber gerade jetzt hat die aktive Phase begonnen“. Dabei verwies er auf den Beschuss von Wohngebieten, wodurch verschiedene soziale Einrichtungen beschädigt worden seien, sowie auf Tote und Verwundete unter Zivilisten und Militärangehörigen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse erklärte Basurin zudem, dass Donezk die Unterstützung Russlands brauche. Vonnöten ist ihm zufolge sowohl finanzielle als auch militärische Hilfe. Am wichtigsten sei aber im Moment „die moralische Unterstützung“, so der Vertreter der Volksmiliz.

Basurin spricht von „Genozid“ seitens Kiews

Darüber hinaus hätten zehntausende Menschen im Donbass derzeit keinen Zugang zu Trinkwasser. „Das ist ein Genozid vonseiten Kiews“, erklärte Basurin.
In der selbsternannten Volksrepublik Donezk wurde im Zusammenhang mit der Abschaltung der Pumpstation und der Einstellung der zentralen Trinkwasserversorgung für 21.000 Einwohner ein Notstand auf Landesebene ausgerufen.
Zuvor ist berichtet worden, dass die Wassiljewski-Pumpstation in der Donezker Volksrepublik infolge eines Beschusses durch ukrainische Sicherheitskräfte beschädigt worden ist.

„Die Menschen bei uns sind ohne Wasser geblieben. Man sagt ja, dass es keinen Völkermord gibt. Sagen Sie mir bitte, was ist es dann, wenn die Trinkwasserversorgung unterbrochen wird?“, so Basurin.

Ihm zufolge ist die aktuelle Lage ein „Genozid in Reinkultur“.
Ein DNR-Soldat am Kontrollpunkt Uspenka in der Region Donezk - SNA, 1920, 21.02.2022
Russisches Militär verhindert illegalen Grenzübertritt ukrainischer Saboteure

Dramatische Lage in Ukraine

Am Freitag war die Lage in der ostukrainischen Region Donbass eskaliert, als die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk verstärkten Beschuss mit schwerer Munition seitens ukrainischer Streitkräfte gemeldet hatten.
Beide Republiken befürchten eine Invasion ukrainischer Truppen und lassen daher Frauen und Kinder nach Russland evakuieren. Es wurde eine allgemeine Mobilmachung verkündet. Nach Angaben des Chefs der Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, plant Kiew eine baldige Offensive im Donbass, um die Kontrolle über die Region zu erlangen.
Nach Angaben des russischen Katastrophenschutzministeriums sind bereits rund 61.000 Menschen aus den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk im Zuge der eingeleiteten Evakuierung in Russland angekommen. Die Auffanglager befinden sich laut dem Katastrophenschutz größtenteils in Zentral- und Südrussland sowie in den russischen Regionen des Nordkaukasus.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала