„Eine große, nicht die größte“: US-Journalist zitiert Putin und macht Fehler – Kollege korrigiert

© REUTERS / POOLRusslands Präsident Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin - SNA, 1920, 20.02.2022
Der irische Journalist Bryan MacDonald hat den Korrespondenten der US-Zeitung „New York Times“ ( NYT), Peter Baker, auf Twitter auf einen Fehler in der Übersetzung eines Zitats des russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Zusammenbruch der UdSSR hingewiesen und daran erinnert, warum Putin das Ereignis als Katastrophe bezeichnet hatte.
Der NYT-Journalist schrieb auf Twitter am Freitag (Ortszeit), dass der russische Staatschef angeblich die Ukraine einnehmen werde, um die „Katastrophe“, den Zusammenbruch der UdSSR, zu revidieren.
„Um Putin jetzt zu verstehen, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass er den Zusammenbruch der Sowjetunion, der Millionen befreite, die 'größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts' nannte“, schrieb Baker.
Sein irischer Kollege wies jedoch darauf hin, dass Putin nicht wirklich über die Katastrophe gesprochen habe, weil „Millionen befreit“ wurden.
„Tatsächlich nannte Putin den Zusammenbruch der Sowjetunion die 'größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts', weil Millionen von Russen außerhalb der Staatsgrenzen des neuen Russlands zurückblieben. Dieses Zitat wird ständig falsch interpretiert. Ob absichtlich oder aus Unwissenheit“, schrieb MacDonald.
Dann wies er unter Verweis auf einen anderen Twitter-Nutzer auch auf einen Fehler in der Übersetzung des Zitats des russischen Präsidenten hin:
„In der Tat, wie @MoonofA betont hat: Putin sagte tatsächlich: 'Vor allem sollten wir anerkennen, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion eine große geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts war.' Eine große (engl.: „a major“), nicht „die größte“ (engl.: „the greatest“).“
In seiner Ansprache an die Föderationsversammlung im Jahr 2005 beschrieb Putin den Zusammenbruch der UdSSR als die größte geopolitische Katastrophe des letzten Jahrhunderts. 2017 erklärte der Präsident in einem Kommentar zu seiner Aussage, dass 25 Millionen Russen damals über Nacht im Ausland gelandet seien.
„Und das ist wirklich eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts“, sagte Putin in einem Interview mit dem US-Regisseur Oliver Stone.
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Der russische Staatschef stellte fest, dass die Bürger der UdSSR innerhalb eines einzigen Landes gelebt hätten, sie hätten familiäre Bindungen, einen Job, eine Wohnung gehabt, und sie seien gleichberechtigt gewesen, aber in einer Sekunde seien sie im Ausland gelandet.
Putin fügte hinzu, dass im Land zunächst erste Anzeichen eines Bürgerkriegs aufgetaucht seien, welcher dann eskaliert sei. Das Sozialschutzsystem sei vollständig zerstört worden, ganze Wirtschaftszweige seien gestoppt worden, das Gesundheitssystem sei tatsächlich ruiniert worden und die Armee sei in einen beklagenswerten Zustand geraten. Millionen von Menschen seien unter die Armutsgrenze gerutscht.
In letzter Zeit haben die westlichen Staaten ihre Besorgnis in Bezug auf angeblich zunehmende „aggressive Aktivitäten“ seitens Russlands an der Grenze zur Ukraine zum Ausdruck gebracht. Moskau weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass Russland seine Truppen innerhalb des eigenen Territoriums verlegen würde. Der Kreml und das Außenministerium haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ziel der Geschichten über eine mögliche „russische Aggression“ darin bestehe, eine Gruppierung der Nato nahe der russischen Grenze aufzubauen.
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