Serbischer Präsident warnt vor Nato-Beitrittsversuchen des Kosovo

© SNA / Alexej Witwizkij / Zur BilddatenbankKosovo
Kosovo - SNA, 1920, 20.02.2022
Serbiens Präsident Aleksander Vucic hat sich gegenüber der Agentur Tanjug zu möglichen Versuchen der Nato geäußert, Kosovo in das Militärbündnis aufzunehmen und die EU damit zur Anerkennung der Unabhängigkeit der selbst proklamierten Republik zu zwingen.
„Ich erwarte, dass jemandem in einem halben Jahr einfällt, den Kosovo in die Nato aufzunehmen und damit diese vier Länder (Griechenland, die Slowakei, Rumänien und Spanien – Anm. d. Red.) dazu zu zwingen, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen und uns vor die vollendete Tatsache zu stellen. Selbst wenn so etwas passieren sollte, wird unsere Antwort lauten: Gut, Ihr habt das anerkannt, wir aber nicht“, sagte Vucic.
Die kosovo-albanischen Behörden haben am 17. Februar den Jahrestag der 2008 einseitig proklamierten Unabhängigkeit von Serbien begangen. Es fand eine Festparade der Polizei und der paramilitärischen Sicherheitskräfte des Kosovo statt.
Der „Staat Kosovo“ besitzt laut der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates keine eigene Armee. Dabei werden die leicht bewaffneten Sicherheitskräfte des Kosovo mit materieller Unterstützung der Nato modernisiert und ausgebildet. Die Kosovo-Behörden haben zum Ziel, die paramilitärischen Einheiten in vollwertige Streitkräfte zu verwandeln, wogegen die serbischen Behörden protestieren.
Der stellvertretende Minister der Sicherheitskräfte des Kosovo, Agim Ceku, hat im November 2018 erklärt, dass die aufzustellende Armee Artillerie, Luftabwehr sowie biologischen Schutz und chemische Abwehr besitzen werde, „aber nur für Verteidigungszwecke“.
Albin Kurti, Chef der bei der jüngsten Parlamentswahl gewonnenen Anti-Establishment-Partei Vetevendosje (LVV), in einem Interview mit Associated Press. Pristina, 14. Februar 2021 - SNA, 1920, 15.02.2021
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Die selbst proklamierte Republik hat im März 2021 Einheiten der Sicherheitskräfte des Kosovo zu ihrer ersten internationalen Mission im Bestand der US-Kräfte in Kuwait entsendet. Im Mai und Juni 2021 nahmen die Sicherheitskräfte des Kosovo zum ersten Mal an den großangelegten Nato-Übungen „Defender Europe 21“ teil.
Im Jahr 1999 führte die bewaffnete Konfrontation zwischen den albanischen Separatisten aus der „Befreiungsarmee des Kosovo“ sowie der Armee und der Polizei Serbiens zu Nato-Bombardierungen Jugoslawiens (es umfasste damals Serbien und Montenegro). Im März 2004 stifteten Kosovoalbaner Pogrome an, die eine massenhafte Aussiedlung von Serben aus dieser Region und die Vernichtung zahlreicher Denkmäler der serbischen Geschichte und Kultur zur Folge hatten.
Die Kosovo-albanischen Strukturen in Pristina haben am 17. Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit von Serbien verkündet. Die selbsternannte Republik ist von Serbien, Russland, China, dem Iran, Spanien, Griechenland und anderen Staaten nicht anerkannt worden.
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