Reisewarnung: Schweizer Staatsbürger sollen Donezk und Lugansk verlassen

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Ukrainische Flagge  - SNA, 1920, 20.02.2022
Angesichts der steigenden Spannungen in der Ukraine hat auch die Schweiz eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen. Staatsangehörigen in den Regionen Donezk und Lugansk wird empfohlen, diese schnellstmöglich zu verlassen.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), eines der sieben Departements der Schweizer Regierung, hat seinen Bürgern am Samstag von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in die Ukraine abgeraten.
„Von Reisen in gewisse Landesteile wird generell abgeraten. Schweizer Staatsangehörigen in den Regionen Donezk und Lugansk wird empfohlen, diese Regionen mit eigenen Mitteln vorübergehend zu verlassen“, hieß es in einer Pressemitteilung.
Das Departement rät generell von Reisen auf die Krim-Halbinsel, in die Volksrepubliken Donezk und Lugansk, in Grenzgebiete zu Russland und zu Belarus sowie nach Tschernobyl ab.

„In den nicht-regierungskontrollierten Gebieten wurden wiederholt Personen festgehalten und entführt, darunter auch ausländische Medienschaffende und OSZE-Beobachterinnen und -Beobachter. Die Schweiz hat dort nur begrenzte oder gar keine Möglichkeiten zur Hilfe in Notfällen“, betonte die Behörde in Bezug auf die Gefahrenlage in den zwei Volksrepubliken.

Personen, die aus der Ukraine ausreisen wollen, sollten die verfügbaren kommerziellen Transportmittel nutzen und sich vor Ort über die lokalen Transportmöglichkeiten informieren. Schweizer Staatsbürger sollten die Botschaft in Kiew vor einer Abreise informieren. Bei einer Verschlechterung der Lage habe die Botschaft jedoch „nur eng begrenzte Möglichkeiten zur Erbringung von Dienst- oder Hilfeleistungen“.
Menschen in Donezk gehen während der Evakuierung von Einwohnern nach Russland zum Bus am 19. Februar 2022. - SNA, 1920, 20.02.2022
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Zuvor hatten auch Deutschland und Österreich Reisewarnungen für die Ukraine ausgesprochen.

Seit Monaten spekulieren westliche Medien über eine angeblich bevorstehende „russische Invasion“ in die Ukraine. Nato-Staaten und einige andere Länder kritisieren Russlands Truppenbewegungen auf seinem Hoheitsgebiet an der Grenze zur Ukraine und drohen Moskau mit schwerwiegenden Konsequenzen. Moskau wies die Vorwürfe wiederholt zurück und sieht sich durch das Heranrücken der Nato an seine Grenzen bedroht. Die Nato beschloss den Ausbau ihrer Truppenpräsenz im östlichen Bündnisgebiet.

Zugleich melden die Donezker und Lugansker Volksrepubliken einen verstärkten Beschuss seitens ukrainischer Streitkräfte, unter anderem mit durch die Minsker Vereinbarungen verbotener Munition. Angesichts der eingeleiteten Massenevakuierung der Volksrepubliken erklärten sich mehrere russische Regionen am Freitag zur Aufnahme von Evakuierten bereit.
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