Chance für Diplomatie: Putin und Macron besprechen Ukraine-Krise und Sicherheitsgarantien

© AP Photo / Thibault CamusDie Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin (l.) und Emmanuel Macron (Archiv)
Die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin (l.) und Emmanuel Macron (Archiv) - SNA, 1920, 20.02.2022
Auf Initiative der französischen Seite hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Sonntag mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron telefoniert, berichtet der Kreml-Pressedienst. Im Gespräch sind die Ukraine-Krise und die Sicherheitsgarantien für Moskau zentrale Themen gewesen.
Die Parteien sollen dabei Bedenken über die sich verschlechternde Situation im Donbass zum Ausdruck gebracht haben. Laut Putin haben die Provokationen der ukrainischen Sicherheitskräfte zur Eskalation geführt. Auch das Vollpumpen der Ukraine mit Nato-Waffen ermutige Kiew, die Situation im Donbass militärisch zu lösen, so der Kremlchef. Die Kiewer Behörden imitieren ihm zufolge nur ihre Verhandlungsbereitschaft und weigern sich hartnäckig, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen.
Beide Politiker wollen nun die Suche nach diplomatischen Lösungen über die Außenministerien und politischen Berater der Staatsoberhäupter der Länder des Normandie-Formats verstärken.
Beim Telefonat habe Putin des weiteren betont, dass die USA und die Nato Moskaus Forderungen nach rechtsverbindlichen Sicherheitsgarantien ernst nehmen und ihnen konkret nachkommen sollten, so die Mitteilung.
Wie es aus dem Élysée-Palast hieß, dauerte das Telefonat eine Stunde und 45 Minuten. Laut dem Staatssekretär des französischen Außenministeriums, Clement Beaune, gibt Paris Moskau mit diesem Telefonat nun eine weitere Chance, in der Ukraine-Frage den diplomatischen Weg zu gehen, und somit den größeren Konflikt zu vermeiden.

„Wladimir Putin muss entscheiden, ob er ein richtiges Gespräch will oder ob er eine neue Aggression begehen will. Auf jeden Fall geben wir durch Verhandlungen mit Wladimir Putin eine weitere Chance, diplomatisch vorzugehen“, sagte Beaune gegenüber dem Radio J.

Durch diese Verhandlungen zwischen Frankreich und Russland könne ein größerer militärischer Konflikt vermieden werden, glaubt der Diplomat. „Auch wenn es eine kleine Chance gibt, müssen wir sie nutzen“, fügte Beaune hinzu.
Am Donnerstag war die Situation um die Ukraine eskaliert, die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk meldeten verstärkte Angriffe seitens der ukrainischen Streitkräfte sowie Versuche von Provokationen. Aus diesem Grund hatten am Freitag die Chefs der Republiken eine Massenevakuierung ihrer Bevölkerung nach Russland angekündigt. Am Samstagmorgen erklärten sie die allgemeine Mobilmachung.
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