„Element provokanter Natur“: Kremlsprecher zu „Invasionsdaten“ in Bezug auf Ukraine

© SNA / Grigorij SyssojewKreml-Sprecher Dmitri Peskow bei der großen Pressekonferenz mit Wladimir Putin am 17. Dezember 2020
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bei der großen Pressekonferenz mit Wladimir Putin am 17. Dezember 2020 - SNA, 1920, 20.02.2022
Der Kremlsprecher Dmitri Peskow hat sich in einem Interview mit dem russischen TV-Sender Rossija 1 am Sonntag dazu geäußert, dass im Westen immer wieder die Daten für die „russische Invasion“ in die Ukraine bekanntgegeben werden. Dabei sprach er von verschiedenen diesbezüglichen Versionen.
Es gebe verschiedene Theorien, warum dies getan werde, sagte Peskow. Auch eine Version aus dem Bereich der Verschwörungstheorien sei darunter, welche aber tadellos aufgebaut worden sei.
„Also, da ist die Ukraine, welche durch einen bewaffneten Putsch ihre territoriale Integrität verloren hat. Und die Ukraine, deren konzeptionelle politische Dokumente den Einsatz von Gewalt bei der Rückholung der verlorenen Gebiete erlauben. Dabei sehen wir, dass die Nato, die USA und Großbritannien reihenweise Frachtflugzeuge vollgestopft mit Waffen, Munition usw. schicken. Und zugleich decken sie diplomatisch und politisch den Rücken“, so der Kremlsprecher.
Es würden „höllische Sanktionen“ ins Spiel gebracht, wenn die Grenze zu der Ukraine überschritten würde. Es werde zudem behauptet, dass Russland zum Paria werden würde.
„Provoziert dies nicht die Ukraine, das Donbass-Problem mit Gewalt zu lösen? Alle Entwicklungsmomente zeugen davon. Das ist eine der Theorien. Das sind nicht meine Aussagen. Aber ich weiß nicht, wie ich diese täglichen oder mehrmals täglich (gemachten – Anm. d. Red.) (…) absurden Übungen (bezüglich der „Invasionsdaten“ – Anm. d. Red.) sonst erklären soll“, fügte Peskow hinzu.
Ihm zufolge achtet der Präsident Wladimir Putin selbst nicht darauf.
„Aber im Allgemeinen sind solche Äußerungen natürlich so ein Element provokanter Natur. Tatsache ist, dass dadurch direkt Spannungen geschürt werden“, so der Kremlsprecher weiter.
Russland habe viele Kriege überstanden, und es sei „das letzte Land in Europa, das überhaupt (über den Krieg – Anm. d. Red.) sprechen und (…) das Wort 'Krieg' aussprechen will“.
Laut Peskow ruft Moskau den Westen zur Vernunft auf. Dabei stellte er fest, dass Russland in seiner Geschichte noch nie jemanden angegriffen habe.
„Wir fordern auf, sich die Frage zu stellen: Was bringt es Russland, wenn es jemanden angreift? Wir laden ein, sich an die Geschichte zu erinnern. Und wir erinnern daran, dass Russland im Laufe seiner Geschichte niemals jemanden angegriffen hat“, sagte der Kremlsprecher.
In letzter Zeit haben die westlichen Staaten ihre Besorgnis in Bezug auf angeblich zunehmende „aggressive Aktivitäten“ seitens Russlands an der Grenze zur Ukraine zum Ausdruck gebracht. Moskau weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass Russland seine Truppen innerhalb des eigenen Territoriums verlegen würde. Der Kreml und das Außenministerium haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ziel der Geschichten über eine mögliche „russische Aggression“ darin bestehe, eine Gruppierung der Nato nahe der russischen Grenze aufzubauen.
Flagge der Europäischen Union - SNA, 1920, 20.02.2022
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