Jede vierte Corona-Einweisung bei Krankenhäusern in USA nur Zufallsfund – Studie

© REUTERS / SHANNON STAPLETONMedizinisches Personal behandelt einen Patienten in der Notaufnahme des Providence Mission Hospital in Mission Viejo, Kalifornien, USA, 27. Januar 2022.
Medizinisches Personal behandelt einen Patienten in der Notaufnahme des Providence Mission Hospital in Mission Viejo, Kalifornien, USA, 27. Januar 2022.  - SNA, 1920, 20.02.2022
Trotz der hohen Hospitalisierungsraten in den USA war bei mehr als jedem vierten Corona-Patienten in Krankenhäusern die Covid-Infektion nur ein Zufallsfund. Das geht aus einer nationalen Studie des Konsortiums unter Leitung der Forscher aus dem Massachusetts General Hospital hervor.
26 Prozent der Covid-Einweisungen in großen Krankenhäusern wurden nicht durch das Virus selbst verursacht. Zu dem Schluss kamen die Forscher auf Basis von Daten von vier großen US-Krankenhaussystemen. Die Studie, deren Begutachtung durch Fachkollegen noch aussteht, umfasst einen Zeitraum vor dem Ausbruch der Omikron-Variante Ende des Jahres 2021, aber die Ergebnisse müssen Einfluss darauf haben, wie die Daten aus der aktuellen Corona-Welle beurteilt werden sollen.
„Da 35 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen asymptomatisch sind, könnten Patienten, die aus anderen Gründen eingewiesen werden und deren Test zufällig positiv ist, fälschlicherweise als Covid-19-Krankenhausaufenthalt eingestuft werden“, heißt es in dem Text.
Fledermäuse (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Nächste Verwandte von Sars-CoV-2 bei Fledermäusen in Laos nachgewiesen – Studie
Bei zwei der untersuchten Krankenhaussysteme – Massachusetts General Brigham in Boston und Beth Israel Deaconess Medical Center in New York City – wurden weniger als 50 Prozent der protokollierten Covid-Krankenhausaufenthalte in den Hochphasen der Corona-Verbreitung zwischen März 2020 und August 2021 tatsächlich durch das Virus verursacht. „Fehlklassifizierung von zufälligen Covid-19-Fällen bei Krankenhausaufenthalten ist häufig und gibt Anlass zu Bedenken in der Forschung und im öffentlichen Gesundheitswesen“, schrieben die Forscher.
„So können sich z. B. negative Auswirkungen auf die Verteilung oder Nutzung von Ressourcen des Gesundheitssystems sowie auf die lokale und regionale soziale und wirtschaftliche Struktur und Funktion ergeben, wenn gelegentliche Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen ungenau gemeldet werden.“
Gedenken an Corona-Tote in Washington am 1. Oktober 2021 (Archivbild ) - SNA, 1920, 05.02.2022
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Obwohl die Omikron-Variante des Coronavirus milder verläuft und die Zahl der Todesfälle relativ gering ist, stieg die Zahl der Krankenhauseinweisungen in den USA sprunghaft an. Mitte Januar lag der Sieben-Tage-Einweisungs-Durchschnitt bei über 20.000. Viele Experten vermuten, dass nicht Covid selbst für diesen plötzlichen Anstieg verantwortlich war, sondern dass das Coronavirus in der amerikanischen Bevölkerung so weit verbreitet war, dass jeder, der wegen irgendetwas behandelt wurde, in der Gesamtzahl enthalten war.
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