Erneuter Angriff auf Donbass: Ukrainisches Militär nimmt Chemiewerk unter Beschuss

© REUTERS / ALEXANDER ERMOCHENKOMenschen in Donezk gehen während der Evakuierung von Einwohnern nach Russland zum Bus am 19. Februar 2022.
Menschen in Donezk gehen während der Evakuierung von Einwohnern nach Russland zum Bus am 19. Februar 2022. - SNA, 1920, 20.02.2022
Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht zum Sonntag erneut das Feuer im Donbass eröffnet. Wie die Regierung der selbsternannten Donezker Volksrepublik im Gemeinsamen Zentrum für Kontrolle und Koordinierung des Waffenstillstands mitteilte, ist ein Chemiewerk unter Beschuss geraten.
Acht Minen mit einem Kaliber von 120 Millimeter wurden auf das Chemiewerk Donezk und zwölf weitere Minen mit dem gleichen Kaliber auf die Wohnsiedlung Spartak abgefeuert. Diese Geschossart ist durch die Minsker Abkommen verboten.
Zuvor sei das Territorium der Volksrepublik Donezk seit Mitternacht 18 Male angegriffen worden, wobei 204 Geschosse mit den Kalibern 120 und 122 Millimeter eingesetzt wurden, hieß es weiter.

Situation im Donbass

Die Lage an der Trennlinie in der Konfliktregion Donbass hat sich in dieser Woche bedrohlich zugespitzt. Kiew ignoriert alle zuvor erzielten Vereinbarungen und hat einen Großteil seiner Armee an der Grenze zu den selbsternannten Republiken Donezk und Lugansk zusammengezogen. Die von der Volksmiliz kontrollierten Territorien werden regelmäßig unter massiven Beschuss genommen, darunter unter Einsatz von durch die Minsker Abkommen verbotenen Waffen.
Beschädigte Häuser im Gebiet Lugansk - SNA, 1920, 19.02.2022
Donezker Nachrichtendienst offenbart Plan ukrainischer Offensive im Donbass
Wegen der akuten Gefahr eines möglichen Einmarsches der ukrainischen Armee auf das Territorium der beiden Republiken hatten deren Behörden angeordnet, die Zivilbevölkerung – allen voran Kinder, Frauen und ältere Menschen – nach Russland, in das benachbarte Gebiet Rostow zu evakuieren.
Der Konflikt im Osten der Ukraine dauert bereits seit acht Jahren an. In dieser Zeit kamen nach UN-Angaben etwa 14.000 Menschen ums Leben, hauptsächlich auf dem Territorium der beiden nicht anerkannten Republiken. Rund 44.000 Bewohner wurden verletzt.
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