Pentagon-Chef: Entsendung weiterer US-Soldaten an Nato-Ostflanke möglich

CC BY 2.0 / U.S. Secretary of Defense / Wikimedia CommonsEhrenwache der US-Armee vor dem Pentagon in Washington (Archivbild)
Ehrenwache der US-Armee vor dem Pentagon in Washington (Archivbild) - SNA, 1920, 19.02.2022
Der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat bei einem Besuch in Litauen am Samstag die Bereitschaft der USA bestätigt, Tausende weitere Soldaten an die Ostflanke der Nato zu schicken.
„Wir nehmen unsere Verpflichtung gegenüber den Nato-Verbündeten sehr ernst, und unsere Verpflichtung zur Einhaltung von Artikel 5 des Nato-Vertrags ist ebenso stark wie Stahl. Wir haben zusätzliche US-Truppen an die Ostflanke der Nato entsandt und sind bereit, Tausende weitere Militärs zu entsenden, es sei denn, es ist notwendig, auf die Situation zu reagieren“, sagte der Pentagon-Chef während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem litauischen Außenminister Gabrielius Landsbergis.
Austin dankte Litauen auch für den „gastfreundlichen Empfang“ von Hunderten zusätzlicher Nato-Soldaten, die bereits in der Republik eingetroffen sind.
Zuvor hatte der litauische Präsident Gitanas Nauseda bei Gesprächen mit Austin und mit der US-Vizepräsidentin Kamala Harris gebeten, ein rotierendes Bataillon für einen dauerhaften Einsatz nach Litauen zu schicken und die US-Truppen im Land aufzustocken. Der litauische Präsident sagte, er hoffe auf eine „schnelle Entscheidungsfindung“. Der Pentagon-Chef antwortete auf eine entsprechende Journalistenfrage, dass er noch nicht bereit sei, diesbezüglich etwas bekannt zu geben.

Ukraine-Frage

Die Pläne zur Eskalation der Situation um die Ukraine, welche der Westen Russland zugeschreibt, werden von Moskau kategorisch abgelehnt. Russland bedrohe niemanden und solche Vorwürfe würden als Vorwand benutzt, um mehr Nato-Militärausrüstung in der Nähe der russischen Grenzen zu platzieren, hieß es.
Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow zuvor erklärte, schafft Russland keinen Vorwand für eine Konfliktsituation um die Ukraine. Ihm zufolge schließt Russland nicht aus, dass die vom Westen hochgejubelte Hysterie um die Ukraine darauf abzielt, Kiews Linie der Sabotage der Minsker Vereinbarungen zum Donbass abzudecken. Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, wird die Informationshysterie der USA und der Nato in Bezug auf die Ukraine großzügig von Lügen begleitet.
Aus dem Westen kommen weiterhin Erklärungen, Russland bereite angeblich Provokationen in der Ukraine vor, obwohl die russischen Truppen nach den Übungen in ihre Unterkunftsorte zurückgekehrt sind. Am Montag traf sich Wladimir Putin mit dem Außenminister Sergej Lawrow und dem Verteidigungsminister Sergej Schoigu. „Ein Teil der Übungen geht zu Ende, ein Teil wird in naher Zukunft abgeschlossen sein“, teilte Schoigu mit. Igor Konaschenkow, der Sprecher des Verteidigungsministeriums, sagte am Dienstag, dass die Militärbezirke Süd und West damit begonnen hätten, Truppen in ihre Unterkunftsorte zurückzubringen.
Der Abzug des Militärs in ihre Unterkunftsorte nach dem Manöver sei eine gängige Praxis, das sei nichts Neues, sagte zuvor Peskow den Reportern. Damit antwortete er auf die Frage, ob der Truppenabzug eine Deeskalation rund um die Ukraine bedeute.
Nato-Emblem - SNA, 1920, 18.02.2022
„Nato-Mitgliedschaft der Osteuropäer inakzeptabel“: Aktenfund stützt Moskaus Vorwurf
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