Russlands Außenamt mit scharfer Reaktion auf Äußerung von Scholz zu Donbass

© SNA / Evgeni Biyatov / Zur BilddatenbankDer Moskauer Kreml und das Hauptgebäude des Außenministeriums
Der Moskauer Kreml und das Hauptgebäude des Außenministeriums  - SNA, 1920, 19.02.2022
Das russische Außenministerium hat auf die Äußerung des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz reagiert, der die Aussage des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Völkermord im Donbass in Zweifel gezogen hatte.
Am Dienstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz zur Situation um die Ukraine gesagt, dass nach Einschätzung der russischen Seite das, was heute im Donbass geschehe, Völkermord sei. In seiner Rede auf Englisch bei der Münchner Sicherheitskonferenz bezeichnete Scholz diese Einschätzung als „ridiculous“ („abwegig“).
In einem Kommentar zur Äußerung von Scholz betonte das russische Außenministerium: „Es geziemt sich nicht für deutsche führende Personen, Fragen des Völkermordes ins Lächerliche zu ziehen.“
Der Chef der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin - SNA, 1920, 18.02.2022
Puschilin: Lage im Donbass am Rande des Krieges
„Das ist unannehmbar, wenn man die historischen Erfahrungen Deutschlands in Bezug auf Massengewalt gegen Menschen und die Verbreitung einer menschenfeindlichen Ideologie in Betracht zieht“, hieß es beim Außenamt.
Der Konflikt im Südosten der Ukraine dauert nun schon acht Jahre. In diesem Zeitraum sind nach UN-Angaben mehr als 13.000 Menschen getötet und weitere rund 44.000 verletzt worden.
In dieser Woche hat sich die Situation an der Berührungslinie im Donbass ernsthaft verschärft: Kiew ignoriert die bisher erzielten Vereinbarungen und hat den größten Teil seiner Truppen an der Grenze zu den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk zusammengezogen. Die Volksmilizen werden regelmäßig beschossen, darunter auch unter Einsatz verbotener Waffen.
In den selbsterklärten Volksrepubliken Donbass und Lugansk befürchtet man, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selenski dem Militär befehlen kann, eine Offensive gegen den Donbass zu starten. Angesichts dessen wurde in der Region die Evakuierung von Frauen, Kindern und älteren Menschen ins russische Gebiet Rostow angeordnet und die allgemeine Mobilmachung verkündet.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала