Nach Scholz' Aussage: Russisches Außenamt schickt Deutschland Belege zu Massengräbern im Donbass

© SNA / Maksim BlinowRusslands Außenministerium
Russlands Außenministerium - SNA, 1920, 19.02.2022
Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat in ihrem Telegram-Kanal angekündigt, als Reaktion auf die Äußerung von Bundeskanzler Olaf Scholz über die „Lächerlichkeit“ der Völkermordvorwürfe im Donbass diesbezügliche Materialien an Deutschland zu senden.
„Ich wende mich an Kollegen im Auswärtigen Amt. Im Zusammenhang mit den Äußerungen von Bundeskanzler Scholz über die 'Lächerlichkeit der Völkermordvorwürfe im Donbass' werden wir Ihnen in Kürze Materialien zu Massengräbern in dieser Region zukommen lassen, damit sich die deutsche Führung damit vertraut machen kann“, schrieb Sacharowa.
Es sei nicht möglich, diese Dokumente zu veröffentlichen, da jede Plattform sie als einen „unangemessenen Inhalt“ blockieren würde, hieß es.
Entsprechende Papiere seien bereits nach Washington geschickt worden, fügte die Sprecherin hinzu. Dabei warnte sie, dass „selbst diejenigen, die alles gesehen haben, es nicht sehen können“.
„Solange eine Depesche für Sie auf diplomatischem Wege vorbereitet wird, studieren Sie die Daten, welche sich im öffentlichen Raum befinden“, so Sacharowa.
Am Dienstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz zur Situation um die Ukraine gesagt, dass nach Einschätzung der russischen Seite das, was heute im Donbass geschehe, Völkermord sei. In seiner Rede auf Englisch bei der Münchner Sicherheitskonferenz bezeichnete Scholz diese Einschätzung als „ridiculous“ („abwegig“), was auch „lächerlich“ bedeutet.

Ukraine-Konflikt

Der Konflikt im Südosten der Ukraine dauert nun schon acht Jahre. In diesem Zeitraum sind nach UN-Angaben mehr als 13.000 Menschen getötet und weitere rund 44.000 verletzt worden.
In dieser Woche hat sich die Situation an der Berührungslinie im Donbass ernsthaft zugespitzt: Kiew ignoriert die bisher erzielten Vereinbarungen und hat den größten Teil seiner Truppen an der Grenze zu den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk zusammengezogen. Die Volksmilizen werden regelmäßig beschossen, darunter auch unter Einsatz verbotener Waffen.
In den selbsterklärten Volksrepubliken Donbass und Lugansk befürchtet man, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selenski dem Militär befehlen kann, eine Offensive gegen den Donbass zu starten. Angesichts dessen wurde in der Region die Evakuierung von Frauen, Kindern und älteren Menschen ins russische Gebiet Rostow angeordnet und die allgemeine Mobilmachung verkündet.
Der Moskauer Kreml und das Hauptgebäude des Außenministeriums  - SNA, 1920, 19.02.2022
Russlands Außenamt mit scharfer Reaktion auf Äußerung von Scholz zu Donbass
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