Nach Fall Walijewa: IOC will Diskussion über generelles Mindestalter im Top-Sport

© SNA / Alexander Wilf / Zur BilddatenbankIOC-Präsident Thomas Bach auf einer Pressekonferenz in Peking
IOC-Präsident Thomas Bach auf einer Pressekonferenz in Peking - SNA, 1920, 18.02.2022
Als Konsequenz aus dem Olympia-Skandal um die 15 Jahre alte Eiskunstläuferin Kamila Walijewa drängt das IOC die Weltverbände zur Prüfung eines generellen Mindestalters im Spitzensport.
„Diese Fragen müssen angegangen werden“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, am Freitag in Peking. Es brauche aber „sorgfältige Überlegungen und Beratungen“. Das IOC werde die Diskussionen mit den Weltverbänden in Gang bringen und diesen „etwas zum Nachdenken geben“, sagte Bach. Entscheiden können aber nur die jeweiligen Fachverbände, nicht das IOC.
Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur müsse den Umgang mit Minderjährigen und ihrem Status der „geschützten Person“ überprüfen, sagte Bach. Er stelle sich grundsätzlich die Frage, wie man mit minderjährigen Athleten zukünftig umgehen werde. Bislang gibt es nur in wenigen olympischen Sportarten wie im Turnen ein Mindestalter für Teilnehmer.
Der Fall Walijewa hatte bei den Winterspielen für heftige Debatten über minderjährige Spitzensportlerinnen gesorgt. Walijewa hat bei ihren nationalen Meisterschaften im vergangenen Dezember einen Dopingtest nicht bestanden, aber das Ergebnis wurde erst am 8. Februar bekannt gegeben, einen Tag nachdem Walijewa Olympisches Gold im Teamwettbewerb gewann. Daher geriet vor allem die Moskauer Eiskunstlaufschule von Trainerin Eteri Tutberidse in den Fokus.
Schon 2014 in Sotschi hatte ihre Schülerin Julia Lipnizkaja als damals 15-Jährige als jüngste Eiskunstläuferin Team-Gold gewonnen. Drei Jahre später beendete sie ihre Karriere wegen Magersucht. Die heute 19-jährige Alina Sagitowa, die im Alter von 15 Jahren 2018 in Pyeongchang Einzel-Gold holte, tritt schon seit längerem nicht mehr bei Wettkämpfen an.
Kamila Walijewa, 17. Februar 2022 - SNA, 1920, 18.02.2022
IOC-Präsident über Walijewas Auftritt: „Äußerst verstört“
Zuvor am heutigen Freitag hat IOC-Präsident Thomas Bach sein Mitgefühl für Kamila Walijewa geäußert. Sie sei unter enormen Druck gewesen, obwohl sie nur 15 Jahre als sei. „Dieser Druck war jenseits meines Verständnisses“, gab Bach zu.
Die Goldmedaille im Einzel-Wettbewerb hat die Russin Anna Schtscherbakowa gewonnen. Eine weitere russische Sportlerin, Alexandra Trussowa, gewann Silber. Bronze ging an die japanische Eiskunstläuferin Kaori Sakamoto.
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