Leugnung des Völkermordes an Russen im Donbass: Russischer Botschafter wirft USA Zynismus vor

© SNA / Grigori Syssojew / Zur BilddatenbankAnatoli Antonow besucht die russische Staatsduma (Archivbild)
Anatoli Antonow besucht die russische Staatsduma (Archivbild) - SNA, 1920, 18.02.2022
Der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, sieht Zynismus in der Leugnung des Völkermords an den Russen im Donbass durch die US-Behörden. Darüber informierte der Pressedienst der russischen Vertretung in Washington am Freitag.
Die Aussagen von US-amerikanischen Beamten, die den Völkermord an Russen im Donbass in Frage stellen, rufen laut dem Botschafter Empörung und Unmut hervor. „Wie sonst ist der Beschuss von Wohnvierteln durch die ukrainischen Sicherheitskräfte mit Mehrfachraketenwerfern zu verstehen“, wird Antonow via Facebook zitiert.
„Oder die in der Nähe von Lugansk entdeckten Massengräber von fast 300 Zivilisten, die nur deshalb starben, weil sie Russisch als ihre Muttersprache betrachteten?“
Diese Gräueltaten stellte der Botschafter in eine Reihe mit der bislang ungeklärten Tragödie im Gewerkschaftshaus in Odessa im Mai 2014, bei der Dutzende unbewaffnete Einwohner der Stadt bei lebendigem Leibe von neonazistischen Verbrechern verbrannt wurden. Deren Leugnung zeuge nach seinen Worten „nicht nur von einer Doppelmoral seitens der Vereinigten Staaten, sondern auch von einem recht primitiven und groben Zynismus“.
„Es stellt sich heraus, dass Washingtons schöne Slogans über den höchsten Wert der Menschenrechte keinen Groschen wert sind.“
Das wichtigste geopolitische Ziel der USA sei es, Russland so weit wie möglich nach Osten zu drängen. Deswegen verfolge Washington den Kurs zur Verdrängung der russischsprachigen Bevölkerung aus ihren derzeitigen Wohnorten. „Daher ziehen es die Amerikaner vor, die Versuche, die Russen in der Ukraine gewaltsam zu assimilieren, nicht nur zu ignorieren, sondern auch in jeder Hinsicht politisch und militärisch zu unterstützen“, so der Diplomat weiter.
„Die USA sollten verstehen, dass in der Ukraine Millionen von Russen leben, deren Interessen gesichert und geschützt werden müssen. Dies ist die Garantie für die Stabilität der ukrainischen Staatlichkeit und territorialen Integrität.“
Am Dienstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz zur Situation um die Ukraine gesagt, dass nach Einschätzung der russischen Seite, was heute im Donbass geschehe, Völkermord sei. Seine Äußerungen kamen kurz vor einer Ankündigung, dass das russische Ermittlungskomitee ein Verfahren wegen der im Donbass entdeckten Massengräber mit mindestens 295 Zivilisten einleitete.
Der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow - SNA, 1920, 12.02.2022
Russlands US-Botschafter: Washington will Propagandakampagne gegen Russland anheizen
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, sagte am Mittwoch, dass die USA über die Aussagen des russischen Präsidenten besonders besorgt seien, weil es dafür keine Grundlage gebe.
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