Lawrow im RT-Interview: Über „raffinierte Diplomatie“ des Westens, Schmunzeln und Fakes

© SNA / Pressedienst des russischen außenministeriums / Zur BilddatenbankRusslands Außenminister Sergej Lawrow (Archiv)
Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archiv) - SNA, 1920, 18.02.2022
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat in einem RT-Interview die Erklärungen des Westens über eine angebliche „Invasion“ Russlands in die Ukraine als Propaganda, Fakes und Lüge kritisiert, die „Schmunzeln“ hervorrufen.
„Ich bin sicher, dass Menschen, die sich mehr oder weniger für Außenpolitik interessieren, überzeugt sind, dass dies alles Propaganda, Fälschungen und Lüge sind“, sagte Lawrow. Laut dem Minister sorgt das für Schmunzeln.
„Erwachsene Menschen ‚spucken‘ jeden Tag Vorhersagen, Zaubersprüche. Das Magazin ‚Politico‘ hat das Datum der ‚Invasion‘ bereits mehrmals geändert. Jetzt verkündet es den 20. Februar.“
Lawrow erinnerte an die Worte der britischen Außenministerin Liz Truss, laut denen die angebliche Invasion jederzeit innerhalb von vielen Monaten stattfinden könnte, sowie an die Äußerung des US-Außenministers Blinken, laut dem eine „Invasion" eine Frage von Wochen, vielleicht sogar Tagen sei.
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„Wir wissen, dass das US-Außenministerium seine Nato-Verbündeten vertraulich darüber informiert hat, dass eine ‚Invasion‘ bis Ende Februar zu erwarten sei“, sagte Lawrow. Er führte weiter die Worte des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg an, der „gleichzeitig erklärt, dass sie über keine Angaben über die hundertprozentige Wahrscheinlichkeit eines ‚Angriffs‘ verfügen“. Aus dem britischen Außenministerium verlaute, man müsse immer „auf der Hut sein“. „Sie sagen, selbst wenn Russland die Truppen abzieht, wird die Bedrohung nicht verschwinden.“ Auf diese Weise legen westliche Länder ‚Steine‘ für die Zukunft, meint der russische Außenminister. Sobald die Übungen vorbei sind, werden die Truppen in die Kaserne zurückkehren.
„Der Prozess ist bereits im Gange, sie haben es gesehen. Sie verankern dieses Thema aber für eine Ewigkeit.“
Lawrow betonte, dass die westlichen Länder vor dem Hintergrund solcher Erklärungen ihre eigene Militärpräsenz aufstocken. Dabei verwies er auf die Ankündigung Großbritanniens, seine Streitkräfte in Estland zu verdoppeln.
„Ein Beispiel für ‚raffinierte Diplomatie‘ stellte die Ständige Vertreterin der USA bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, dar. Irgendwo vor Reportern sagte sie, dass ‚Russlands Invasion in der Ukraine unvermeidlich ist‘. Angeblich haben sie gesehen, wie unser Land es in anderen Teilen Osteuropas macht.“
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Russland hat bereits mehrmals angebliche „Aggressionspläne“ gegen die Ukraine dementiert. Die Spannungen würden hingegen die USA und ihre Nato-Verbündeten schaffen, die ihre Präsenz in Osteuropa erhöhen, die Zahl der Manöver im Schwarzen Meer steigern sowie Waffen an die Ukraine liefern. Das Ziel aller Aggressionsvorwürfe gegenüber Russland bestehe nach Moskaus Ansicht darin, mehr Nato-Militärausrüstung in der Nähe der russischen Grenzen zu platzieren.
Wie Lawrow bereits sagte, schaffe Russland keinen Vorwand für eine Konfliktsituation um die Ukraine. Ihm zufolge schließe Russland nicht aus, dass die vom Westen hochgejubelte Hysterie um die Ukraine darauf abziele, Kiews Linie zur Sabotage der Minsker Vereinbarungen zum Donbass zu vertuschen.
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