„Keine Begrüßung durch Politik“: Fregatte „Bayern“ kehrt aus Pazifik-Raum zurück

© AFP 2022 / DAVID MAREUILFregatte „Bayern“ (Archivbild)
Fregatte „Bayern“ (Archivbild) - SNA, 1920, 18.02.2022
Sieben Monate lang war die Fregatte „Bayern“ für die deutsche Marine in internationalen Gewässern unterwegs – hauptsächlich im Indo-Pazifik. Nun kehrt das Militärschiff zurück, ohne dabei groß im politischen Rampenlicht zu stehen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Freitag berichtete.
Die deutsche Fregatte „Bayern“ war seit sieben Monaten hauptsächlich im Indo-Pazifik eingesetzt. Speziell in und um Japan, Australien, Singapur und Indien – auch um deutsche Stärke gegenüber China zu demonstrieren. Nun steuert das Militärschiff wieder seinen Heimathafen an. Am Freitag lief die Fregatte in Wilhelmshaven ein.
„Nach sieben Monaten und 80.000 Kilometern kehrt eine Fregatte zurück aus dem Fernen Osten“, schreibt die FAZ. „Bei ihrer Abfahrt galt die Mission als wichtig. Nun hat die Verteidigungsministerin zur Begrüßung keine Zeit.“
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Hinter dem Kriegsschiff liege eine „lange Reise bis ins ferne Tokio, die nicht nur in der Nordsee stürmische Momente hatte. Die Bundesregierung hatte vor rund zwei Jahren beschlossen, die internationale Kooperation mit der indopazifischen Region zu intensivieren und verstärkt für die Freiheit der Seewege einzutreten.“ Das Schiff mit etwa 180 Seeleuten an Bord hatte Deutschland noch unter der Regierung von Angela Merkel (CDU) verlassen.
Die neue Bundesregierung scheine dem Thema keine Priorität einzuräumen, denn Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) „reist nun nicht zur Begrüßung des heimkehrenden Schiffs nach Wilhelmshaven“. Die Ministerin bedaure es, aus Termingründen – unter anderem wegen der Münchner Sicherheitskonferenz – nicht selbst kommen zu können, hieß es aus ihrem Ministerium. Als Ersatz werde Generalleutnant Markus Laubenthal, stellvertretender Generalinspekteur der Bundeswehr zur Begrüßung entsandt.
Der Kommandant der „Bayern“, Fregattenkapitän Tilo Kalski, sprach von einer „durchweg erfolgreichen Durchführung dieser Fahrt, welche von operativen, aber eben im Schwerpunkt auch diplomatischen Facetten gekennzeichnet war“. Er dankte der Besatzung für ihren Einsatz. „Über einen anerkennenden Empfang durch Ministerin Lambrecht hätte sich mancher wohl gefreut“, schrieb die FAZ.
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Die „Bayern“ als Schiff der F123-Klasse (Brandenburg-Klasse) wurde 1996 in den Dienst gestellt. Sie steuerte seitdem zahlreiche Häfen an, zuletzt Haifa in Israel. „Die Fregatte übte unterwegs gemeinsam mit Einheiten aus vielen Ländern, nahm an Nato-Operationen teil und beteiligte sich an der Überwachung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea.“
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