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„Falter“-Cover mit Susanne Thier als nackte Muttergottes laut Presserat „medienethisch zulässig“

© AP Photo / Matthias SchraderDer ehemalige österreichische Bundeskanzler, Sebastian Kurz und seine Freundin Susanne Thier.
Der ehemalige österreichische Bundeskanzler, Sebastian Kurz und seine Freundin Susanne Thier. - SNA, 1920, 18.02.2022
Der österreichische Presserat hat das Ende Dezember 2021 für Aufsehen und Beschwerden sorgende Titelbild des „Falter“-Satirehefts „Best of Böse“, welches den Ex-Kanzler Sebastian Kurz und seine Frau Susanne Thier als Josef und Maria mit entblößter Brust und Jesuskind zeigte, als „medienethisch zulässig“ eingestuft.
Mehrere Personen wandten sich damals an den Presserat mit einer Beschwerde über die mit „geilzeit“ betitelte Fotomontage der Wochenzeitung „Falter“.
„Ob die Satire als gelungen einzustufen ist und ob es sinnvoll war, die Lebensgefährtin des eigentlichen politischen Akteurs in den Mittelpunkt der Bildkomposition zu rücken, sind Geschmacksfragen, für die die Senate des Presserats nicht zuständig sind. In Abwägung aller oben angeführten Aspekte hält der Senat den satirischen Beitrag für medienethisch zulässig“, teilte das Selbstkontrollorgan der österreichischen Presse am Freitag mit.
Es liege daher kein Verstoß gegen den Ehrenkodex vor, hieß es.
Der Titel „geilzeit“ werde auf das Magazin „Freizeit“ der Tageszeitung „Kurier“, der der „Falter“ offenbar eine besondere Nähe zu Sebastian Kurz zuschreibt, als auch auf das „Geilomobil“ aus dem Wiener Wahlkampf 2010 angespielt, so das Selbstkontrollorgan.
„Die liebe Familie“ beziehe sich wiederum nicht nur auf die junge Familie Kurz, sondern auch auf die Gruppe junger Männer, die als „türkise Familie“ bezeichnet werden. „Die Bildveröffentlichung ist eine Persiflage darauf, dass vor allem familiäre Gründe (und nicht belastende Chatnachrichten) für den Rückzug aus der Politik ausschlaggebend gewesen seien“, teilte der Presserat mit.
Zu prüfen galt es, ob Thier auf diese Art und Weise in den politischen Diskurs miteinbezogen werden durfte. Die Darstellung mit entblößter Brust weise im Kontext mit der Überschrift „geilzeit“ einen sexualisierten Gehalt auf, womit ein Eingriff in die Privatsphäre vorliegen könnte. Zwar übte Thier selbst keine politische Funktion aus, doch war sie während der politischen Tätigkeit von Kurz in den Medien präsent – etwa bei Wahlkampfveranstaltungen an seiner Seite oder nachdem ihre Schwangerschaft bekannt gegeben worden war. „Folglich nahm Thier am öffentlichen Leben teil, und die Beziehung mit Kurz wurde für die politische Erzählung des Politikers eingesetzt.“ Zudem sei für die Betrachterinnen und Betrachter erkennbar, dass es sich um eine Montage handle.
Der Presserat erkannte den Umstand an, dass der „Falter“ mehrere die Montage scharf kritisierende Leserbriefe veröffentlichte. Allerdings hätten sowohl Chefredakteur Florian Klenk als auch Herausgeber Armin Thurnher auf die „umfangreiche, mit Argumenten untermauerte Kritik der Öffentlichkeit differenzierter reagieren“ können, merkte das Selbstkontrollorgan an.
Der österreichische Ex-Kanzler Sebastian Kurz  - SNA, 1920, 25.12.2021
Vom Kanzler zum Manager: Sebastian Kurz hat neuen Job in USA – Bericht
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