„Falscher Vorwand“? Weißes Haus wirft Russland Erhöhung der Truppenpräsenz vor

© SNA / Igor MichaljowWeißes Haus in Washington (Archivbild)
Weißes Haus in Washington (Archivbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Das Weiße Haus hat anlässlich der bevorstehenden Reise der US-Vizepräsidentin, Kamala Haris, zur Sicherheitskonferenz in München die Äußerungen eines leitenden Verwaltungsbeamten zur Ukraine-Krise veröffentlicht.
Russische Mitteilungen zu einem Truppenabzug seien „inkorrekt“, hieß es. Das Land suche nach einem „falschen Vorwand“, um „eine Invasion der Ukraine zu rechtfertigen“.

Der namentlich nicht genannte Beamte bezog Stellung zur Ankündigung des russischen Verteidigungsministeriums, Truppen von Übungsstandorten im Süden und Westen des Landes abzuziehen:

„Sie erhielten viel Aufmerksamkeit für diese Behauptung sowohl hier als auch auf der ganzen Welt, aber wir wissen jetzt, dass die Behauptung falsch war.“

Tankkolonne - SNA, 1920, 15.02.2022
Nach Militärübung: Russland zieht zum Teil Truppen der Wehrbezirke Süd und West ab
Der Verwaltungsbeamte äußerte, dass „Russland in den letzten Tagen seine Truppenpräsenz entlang der ukrainischen Grenze um bis zu 7000 Soldaten erhöht“ habe.

Er kritisierte die Bestrebungen der Russischen Föderation, den Konflikt auf diplomatischem Weg zu lösen, da das Land „für einen Krieg mobilisieren“ würde.
Tankkolonne - SNA, 1920, 15.02.2022
Nach Militärübung: Russland zieht zum Teil Truppen der Wehrbezirke Süd und West ab

Angebliche „Invasion der Ukraine“

Russland bräuchte lediglich einen „falschen Vorwand“, um „eine Invasion der Ukraine zu rechtfertigen“. Dieser könnte dem Vertreter zufolge verschiedener Formen annehmen. Als Beispiele führte er „eine Provokation im Donbass“ oder „Behauptungen zu Nato-Aktivitäten“ an.

„So wie Russlands Behauptungen über den Truppenabzug unwahr waren, so wird es auch der falsche Vorwand sein, den sie erfinden, um diesen Krieg ihrer Wahl zu rechtfertigen. Niemand sollte diese Behauptungen für bare Münze nehmen“, betonte der leitende Verwaltungsbeamte.

Russische Berichte zur Lage in der Ukraine würden oft „falsche Behauptungen“ enthalten, so zum Beispiel Meldungen zu Gräbern von durch ukrainische Streitkräfte getöteten Zivilisten oder zur Entwicklung biologischer und chemischer Waffen im Land.

„Jede dieser Anschuldigungen ist kategorisch falsch, und wir sollten in den kommenden Tagen weitere falsche Berichte von russischen Staatsmedien erwarten“, so der Beamte.

Der tschechische Präsident Miloš Zeman (Archivbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Tschechiens Präsident: USA haben sich mit Prognose über Russlands Invasion in Ukraine blamiert
Ähnliches Vorgehen habe die USA bereits während „früherer militärischer Einmärsche in die Ukraine und Georgien“ registriert. Die USA würden „in den kommenden Tagen weiterhin diplomatisch vorgehen und gleichzeitig bereit sein, schnell und entschlossen zu reagieren, wenn Russland einen neuen Angriff auf die Ukraine startet“.

Seit Monaten spekulieren westliche Medien über eine angeblich bevorstehende „russische Invasion“ in die Ukraine. US-Geheimdienste berichteten von einem bevorstehenden Überfall auf die Ukraine, der diese Woche hätte stattfinden sollen. Russland verkündete seinerseits den Abzug von Teilen der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze
Nato-Staaten und einige andere Länder kritisierten Truppenbewegungen Russlands auf seinem Hoheitsgebiet an der Grenze zur Ukraine und drohen Moskau mit schwerwiegenden Konsequenzen. Moskau wies die Vorwürfe wiederholt zurück und sieht sich durch das Heranrücken der Nato an seine Grenzen bedroht. Die Nato beschloss den Ausbau ihrer Truppenpräsenz im östlichen Bündnisgebiet.
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