Neuer Höchststand der Unzufriedenheit mit Corona-Management bei Erwerbstätigen

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Probleme (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Eine neue Befragung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Nur noch 31 Prozent der Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden in Deutschland sind zufrieden mit dem Corona-Management der Politik. Besonders stark macht sich die Unzufriedenheit bei Eltern bemerkbar.
Die Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Waren beim Ausbruch der Pandemie noch 67 Prozent der Befragten zufrieden mit der Vorgehensweise der Politik, sank diese Zahl im Juli 2021 auf 40 Prozent und im Januar 2022 auf 31 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Hans-Böckler-Stiftung hervor, die seit dem Frühjahr 2020 regelmäßig repräsentative Erwerbspersonenbefragungen durchführt. Die Sorgen um den Job und die finanzielle Zukunft seien leicht zurückgegangen, heißt es in der Mitteilung. Dafür seien Belastungsgefühle, Sorgen um den sozialen Zusammenhalt und die Kritik am Umgang der Politik mit der Krise spürbar angestiegen.
Mit der wachsenden Unzufriedenheit und vielen vergleichsweise milden Verläufen der Krankheit bei Ansteckung mit der Omikron-Variante scheine auch die Impfmüdigkeit zugenommen zu haben. Geimpfte Befragte, die in den letzten vier Monaten ihr Vertrauen ins Krisenmanagement der Politik verloren hätten, hätten sich signifikant seltener boostern lassen.
Eine Krankenschwester bereitet eine Impfung mit dem Impfstoff gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) von Pfizer-BioNTech im Impfzentrum im Humboldt-Forum in Berlin vor, Deutschland, am 19. Januar 2022. - SNA, 1920, 05.02.2022
„Ausstiegskonzept“ und „Exitplan“ – Wissenschaftler und Mediziner fordern neue Corona-Politik
„Es gelingt in Deutschland weiterhin vergleichsweise gut, Erwerbsarbeit in der Corona-Krise abzusichern. Dementsprechend ist die eigene finanzielle Belastung aus Sicht vieler Befragter weiterhin moderat – allerdings mit der wichtigen Ausnahme von Menschen mit Niedrigeinkommen, deren finanzielle Belastungswerte so hoch sind wie noch zu keinem anderen Zeitpunkt in der Pandemie. Was dagegen für viele weiterhin nicht gut funktioniert, ist die Unterstützung bei der Sorgearbeit. Menschen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen sind während der Pandemie mit deutlich höheren Belastungen konfrontiert, doch das stand und steht weitaus weniger im Fokus der Corona-Politik. Eltern, vor allem Mütter, fühlen sich alleingelassen und zunehmend ausgelaugt. Das führt zu einem massiven Vertrauensverlust“, sagt Prof. Dr. Bettina Kohlrausch. Die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung fordert deshalb auch nach Abklingen der Pandemie verstärkte familien- und bildungspolitische Anstrengungen.
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