Tschechiens Präsident: USA haben sich mit Prognose über Russlands Invasion in Ukraine blamiert

© SNA / Alexej WitwizkijDer tschechische Präsident Miloš Zeman (Archivbild)
Der tschechische Präsident Miloš Zeman (Archivbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Die US-Geheimdienste haben sich bereits zum dritten Mal in den letzten Jahrzehnten blamiert, dieses Mal mit der Vorhersage eines Kriegs in der Ukraine. Das erklärte der tschechische Präsident Miloš Zeman in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview für das Nachrichtenportal „Idnes“.
„Ich habe bereits vor ein paar Tagen gesagt, dass es meines Erachtens keinen Krieg (in der Ukraine) geben wird. Denn die Russen sind nicht so verrückt, sich auf eine Operation einzulassen, die ihnen mehr schaden als nützen würde“, so der Präsident.
Laut Zeman ist dies die dritte Blamage für die Amerikaner in den letzten Jahrzehnten. Die erste sei im Irak gewesen, wo die USA keine Massenvernichtungswaffen gefunden hätten. Die zweite Blamage habe Washington zu verantworten, als es erklärt habe, dass die Taliban* Kabul nie einnehmen würden.
„Und jetzt die dritte (in der Ukraine)“, bemerkte Zeman.
Die westlichen Medien hatten im vergangenen Monat mehrmals ein Datum und sogar eine Uhrzeit für den „Einmarsch" Russlands in die Ukraine genannt. Am Dienstag hatte aber der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mitgeteilt, dass Russland zum Teil seine Streitkräfte nach einer großangelegten Übung abziehe.
Das Großmanöver ist in die Zeit zunehmender Spannungen zwischen Russland und dem Westen wegen der Ukraine-Krise gefallen. Westliche Staaten werfen Russland vor, Streitkräfte an der ukrainischen Grenze zusammengezogen zu haben und eine Invasion in das Land zu planen.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow - SNA, 1920, 16.02.2022
„Haben friedlich geschlafen“: Peskow berichtet vom Kreml-Betrieb angesichts der „Angriffs“-Meldungen
Moskau dementiert das und fordert seinerseits von den USA und der Nato umfassende Sicherheitsgarantien. Russland verlangt unter anderem ein Ende der Nato-Osterweiterung und einen Verzicht auf eine mögliche Aufnahme der Ukraine in das westliche Militärbündnis.
Russland hatte in Bezug auf den Truppenabzug erklärt, man führe Militärübungen „auf seinem eigenen Territorium“ und „seinen eigenen Plänen“ entsprechend durch, und dies habe nichts mit der „Hysterie“ und den „paranoiden Szenarien“ des Westens in Bezug auf einen angeblichen Einmarsch in die Ukraine zu tun.
*Die Organisation ist wegen Terror-Aktivitäten mit UN-Sanktionen belegt
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