Nächste Verwandte von Sars-CoV-2 bei Fledermäusen in Laos nachgewiesen – Studie

CC0 / Salmar / Pixabay / Fledermäuse (Symbolbild)
Fledermäuse (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Die Forscher im Institut Pasteur in Frankreich haben in einer Population von Hufeisennasen, einer Familie der Fledermäuse, im Norden von Laos drei bisher unbekannte Arten von Coronaviren entdeckt, welche auf Menschen übertragen werden können. Die vorläufigen Ergebnisse der Studie wurden im Fachblatt „Nature“ veröffentlicht.
„Wir haben die erste 'Volkszählung' von Coronaviren durchgeführt, die Fledermauspopulationen im Norden von Laos befallen. Wir konnten fünf bisher unbekannte Erreger isolieren, von denen sich drei, BANAL-52, BANAL-103 und BANAL-236, als nahe Verwandte von Sars-CoV-2 erwiesen haben. Diese können menschliche Zellen infizieren“, schrieben die Forschenden.
Das Team um Marc Eloit untersuchte die Viren, die Fledermäuse infizieren würden, welche in Karsthöhlen an der Grenze zwischen China und Laos leben würden. Eine solche Wahl sei darauf zurückzuführen, dass unter ähnlichen Bedingungen die Hufeisennasen Rhinolophus affinis leben würden, welche das Virus RaTG13 verbreiten würden. Dieses gelte als nächster Verwandter von Sars-CoV-2.
Die Biologen hätten mehr als 600 Fledermäuse in der Nähe solcher Höhlen gefangen, Proben ihres Blutes und ihrer Bioflüssigkeiten gesammelt und dann versucht, RNA-Fragmente und lebensfähige Viruspartikel darin zu finden. Insgesamt hätten sie in diesen Proben mehrere Dutzend Coronaviren, darunter fünf bisher unbekannte Variationen, nachgewiesen.
Forscher hätten ihre Genome entschlüsselt und festgestellt, dass die drei von ihnen entdeckten Viren mit den Namen BANAL-52, BANAL-103 und BANAL-236 dem neuartigen Coronavirus sehr ähnlich gewesen seien. Der Schlüsselteil der Hülle der Erreger habe sich in ihrer Struktur nicht wesentlich von ähnlichen Proteinen des Erregers von Sars-CoV-2 unterschieden. Also hätten die Wissenschaftler getestet, ob die entdeckten Viren menschliche Zellen infizieren könnten.
Experimente mit dem BANAL-236 hätten gezeigt, dass es aktiv an den ACE2 genannten Rezeptor menschlicher Zellen angedockt habe, erfolgreich in die Zellen eingedrungen sei und sich in ihnen vermehrt habe. Das BANAL-236 sei dem Sars-CoV-2-Erreger hinsichtlich der Reproduktion etwas unterlegen gewesen, habe aber dieselben Zelltypen wie das Coronavirus befallen. Zwei weitere Viren verhielten sich den Forschern zufolge ähnlich.
Die Entdeckung von drei neuen potenziell gefährlichen Coronaviren deutet laut Wissenschaftlern darauf hin, dass sich die angebliche Heimat von Sars-CoV-2 tatsächlich in Südchina oder an seiner Grenze zu anderen Ländern in Südostasien befindet. Eine weitere Untersuchung der Viren lokaler Fledermäuse, so die Biologen, werde es ermöglichen, mehr über den Ursprung des Erregers von Sars-CoV-2 zu erfahren.
Aufgrund der Corona-Pandemie untersuchen Wissenschaftler weltweit die Entstehungsgeschichte von Sars-CoV-2 und suchen nach weiteren gefährlichen tierischen Coronaviren, die Menschen infizieren können. Dabei stellte es sich heraus, dass es ähnliche Erreger in Populationen von Fledermäusen und anderen Wildtieren in Russland, den USA, Kambodscha, in der Schweiz und in anderen Ländern gibt.
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