EU setzt auf USA als wichtigsten Gaslieferanten

© AP Photo / Jacquelyn MartinDie Flaggen der USA und der EU auf dem Dulles International Airport in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia (Archivbild)
Die Flaggen der USA und der EU auf dem Dulles International Airport in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia (Archivbild) - SNA, 1920, 17.02.2022
Die Europäische Union will laut ihrem Bericht „EU-US LNG Trade“, dass die Vereinigten Staaten ihr Hauptlieferant von blauem Kraftstoff werden.
„Die Daten zeigen, dass LNG-Exporte in die EU im Jahr 2021 mit mehr als 22 Milliarden Kubikmetern und einem geschätzten Wert von 12 Milliarden Euro das höchste Volumen verzeichneten. Im Januar 2022 erreichten die Importe einen höchsten Monatswert von 4,4 Milliarden Kubikmetern (…) sie werden auf 4,1 Milliarden Euro geschätzt“, so das Dokument.
Eine weitere transatlantische Zusammenarbeit sollte dazu führen, so der Bericht, dass die USA zum wichtigsten Gaslieferanten für den Kontinent werden, der jetzt Russland sei.
„Erdgas spielt eine zentrale Rolle im Energiesystem der EU, auch im Kontext vom Übergang zu sauberer Energie. Es macht 23 Prozent des Energiebedarfs aus. (…) Europa importiert derzeit etwa 90 Prozent seines Gasbedarfs, und dieser Anteil wird voraussichtlich in den kommenden Jahren steigen“, heißt es weiter.
Tatsache sei, dass US-LNG bei wettbewerbsfähiger Preisgestaltung eine wichtige Rolle bei der EU-Gasversorgung spielen und die Diversifizierung und Energiesicherheit der EU verbessern könnte, erklärt das Papier.
„Um die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu reduzieren, wenden wir uns natürlich an die USA, unseren größten LNG-Lieferanten und zuverlässigen Partner“, sagte der Hohe Vertreter der Union, Josep Borrell, Anfang Februar.
Auch die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist der gleichen Meinung. „Eine der Lehren, die wir bereits aus dieser (Ukraine-)Krise ziehen können, ist, dass wir unsere Energiequellen diversifizieren müssen, um die Abhängigkeit von russischem Gas loszuwerden“, betonte sie am Mittwoch.
Europäische und US-amerikanische Beamte befürchten, dass Moskau auf mögliche wirtschaftliche Sanktionen im Falle eines Ukraine-Konflikts reagieren könnte. Ihre Länder gehen davon aus, dass Russland seine Erdgaslieferungen nach Europa, wo man zu etwa 40 Prozent davon abhängig ist, reduziert oder unterbricht. Anders als bei Erdöl gibt es auf dem globalen Erdgasmarkt kaum Kapazitätsreserven.
Russland hat aber mehrmals Befürchtungen zurückgewiesen, es könnte im Zuge von Sanktionen in der Ukraine-Krise Gaslieferungen nach Europa stoppen.
Nach Bloomberg-Angaben hatte sich das Weiße Haus bereits an Gasproduzenten wie Katar, Nigeria, Ägypten, Libyen, China und an in Algerien tätige Unternehmen gewandt, um die Produktion zu erhöhen, sollten Kampfhandlungen ausbrechen.
Ursula von der Leyen  - SNA, 1920, 16.02.2022
Von der Leyen: EU auf möglichen Gas-Lieferstopp durch Russland vorbereitet
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