Europäer und Kanada beenden Anti-Terror-Einsatz in Mali

© REUTERS / POOLDer französische Präsident Emmanuel Macron während einer Beratung mit Ghanas Präsidenten Nana Afuko Addo, Senegals Präsidenten Macky Sall und dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel im Elysee-Palast in Paris, Frankreich, am 17. Februar 2022
Der französische Präsident Emmanuel Macron während einer Beratung mit Ghanas Präsidenten Nana Afuko Addo, Senegals Präsidenten Macky Sall und dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel im Elysee-Palast in Paris, Frankreich, am 17. Februar 2022 - SNA, 1920, 17.02.2022
Zuletzt häuften sich Zweifel am Militäreinsatz in Mali. Nun beenden die EU-Kontigente und Kanada ihren Anti-Terror-Einsatz in dem Krisenstaat. Was bedeutet das für die Mission der Bundeswehr in dem westafrikanischen Land?
Frankreich, seine europäischen Partner und Kanada beenden den militärischen Anti-Terror-Einsatz im westafrikanischen Mali. Das teilten sie in einer gemeinsamen Erklärung mit, die der Élyséepalast nach Beratungen am Donnerstag in Paris veröffentlichte. Die gemeinsamen Missionen sollen bis zum Juni diesen Jahres beendet werden. Die deutschen Militäreinsätze sind davon zunächst einmal nicht direkt betroffen.

Etliche bewaffnete Gruppen in Mali aktiv

Neben dem französischen Kampfeinsatz „Barkhane“ geht es um die Militäroperation „Takuba“, an der unter französischer Führung mehrere europäische Länder beteiligt sind. Man wolle in der Sahelzone trotz des Rückzugs aus Mali weiterhin aktiv bleiben, hieß es.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann spricht auf einer Veranstaltung in Düsseldorf (Archivbild) - SNA, 1920, 15.02.2022
Strack-Zimmermann nennt Voraussetzungen für Mali-Einsatz
In der Sahelzone, die sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt, sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen. In Mali laufen neben den Anti-Terror-Kampfeinsätzen auch der EU-Ausbildungseinsatz EUTM und der UN-Stabilisierungseinsatz „Minusma“, an denen die Bundeswehr mit gut 1350 Soldaten beteiligt ist. Nach französischen Angaben sind in dem Gebiet insgesamt etwa 25.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Zweifel am Sinn der Mission

Die Entscheidung Frankreichs hat auch mögliche Folgen für eine Fortsetzung der beiden deutschen Militäreinsätze. Die aktuellen Mandate für die Beteiligungen an EUTM und Minusma gelten noch bis zum 31. Mai 2022. Die Bundesregierung selbst hat sich noch nicht auf eine Fortsetzung des militärischen Engagements festgelegt.
Ein malischer Soldat mit Holzgewehren bei einem Training (Archivfoto) - SNA, 1920, 13.02.2022
CDU-Politiker: Schutz in Mali auch mit Kampfhubschraubern sichern
Zuletzt hatten Spannungen zwischen der mit einem Militärputsch an die Macht gekommenen Regierung Malis und Frankreich zugenommen; Mali schickte den französischen Botschafter nach Hause. Es gebe wachsende Zweifel am Sinn, das Engagement in Mali aufrechtzuerhalten, hieß es in Paris schon seit einiger Zeit. Die terroristische Bedrohung breite sich auf mehrere Länder der Region aus. Darauf müsse man sich einstellen und Soldaten verlegen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала