Preisschock noch nicht vorbei: Verteuerung der Lebensmittel in Deutschland in Zahlen

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ein Einkaufswagen - SNA, 1920, 16.02.2022
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind zu Jahresbeginn nicht mehr ganz so rasant gestiegen, wie zuletzt. Im Jahresvergleich haben sich aber viele Nahrungsmittelpreise spürbar verändert. Was genau hat sich hierzulande verteuert und um wieviel? In welchen Bundesländern legten die Preise am meisten zu? Das finden Sie in unserem Beitrag zum Thema.
Im Dezember des vorigen Jahres zogen die Verbraucherpreise in Deutschland um 5,3 Prozent an und damit so stark wie seit 1992 nicht mehr. Allein Nahrungsmittel haben sich in Deutschland im Januar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat, also binnen Jahresfrist, um 5,0 Prozent verteuert, so das Statistische Bundesamt Ende der vorigen Woche.
Detailliert wurden die Preisveränderungsraten im Monatsbericht „Preise. Verbraucherpreisindizes für Deutschland” für Januar 2022 errechnet und vor kurzem publik gemacht.
Wir haben uns für Sie nun in die Papiere der Behörde eingelesen und zeigen Ihnen Veränderungen der Preise für Nahrungsmittel seit dem Januar 2021 auf.

Verteuerte Nahrungsmittel

Spürbar teurer für die Verbraucher wurden hierzulande Speiseöle sowie Gemüse und Molkereiprodukte. Am geringsten stiegen die Weinpreise an.
Speisefette und Speiseöle +16,9 Prozent
Gemüse +8,1 Prozent
Molkereiprodukte und Eier +5,8 Prozent
Brot und Getreideerzeugnisse +4,9 Prozent
Tabakwaren +4,9 Prozent
Kaffee, Tee und Kakao +4,4 Prozent
Fleisch und Fleischwaren +4,2 Prozent
Alkoholfreie Getränke +3,2 Prozent
Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren +3,0 Prozent
Bier +3,0 Prozent
Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte +2,9 Prozent
Obst +2,6 Prozent
Mineralwasser, Limonaden und Säfte +2,6 Prozent
Alkoholische Getränke +1,7 Prozent
Spirituosen +1,6 Prozent
Wein +0,9 Prozent

Verbraucherpreisindex nach Bundesländern

Im Durchschnitt ist der so genannte Verbraucherpreisindex in Deutschland im Januar 2022 gegenüber Januar 2021 um 4,9 Prozent gestiegen.
Deutlich über diesem Durchschnittswert lagen hierzulande Thüringen (+6,2 Prozent), Bremen (+5,9 Prozent), Hessen (+5,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (+5,4 Prozent), Brandenburg (+5,3 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (+5,2 Prozent) und Sachsen-Anhalt (+5,1 Prozent).
In Sachsen, Rheinland-Pfalz und Berlin legten die Preise jeweils um 4,8 Prozent zu. Im Saarland, in Niedersachsen und Bayern stiegen die Preise jeweils um 4,7 Prozent an. Die Verbraucherpreise kletterten auch in Schleswig-Holstein (4,6 Prozent) und in Hamburg (4,3 Prozent) nach oben. Und den niedrigsten Wert meldete Baden-Württemberg, wo die Verbraucherpreise nur um 4,1 Prozent anstiegen, geht weiter aus dem Monatsbericht der Behörde hervor.
Euro (Symbolbild) - SNA, 1920, 31.12.2020
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Prognosen

Doch im Januar dürfte ein statistischer Effekt für etwas Entspannung an der Preisfront gesorgt haben, teilte die Agentur Reuters Ende des Monats mit. Dies werde dadurch erklärt, dass die Preise jetzt nicht mehr mit jenen aus dem zweiten Halbjahr 2020 verglichen würden, als die Mehrwertsteuer wegen der Corona-Krise zeitweise von 19 auf 16 Prozent gesenkt worden sei.
Viele Experten hoffen demnach, dass der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht sein könnte.
„Bei der Jahresveränderungsrate dürften wir nahe am Gipfel sein“, zitierte Reuters den Ökonom Joachim Schallmayer von der DekaBank.
Doch Haupttreiber sei vor allen Dingen der Gaspreis: „Da kann durchaus noch ein bisschen was nachkommen.“
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (das ifo-Institut) rechnet damit, dass die Lebensmittelpreise in diesem Jahr um sieben Prozent gegenüber 2021 ansteigen werden. Die monatlichen Inflationsraten werden noch eine Zeitlang über vier Prozent liegen, so das Institut Anfang Februar auf seiner Seite. „Für das Jahr 2022 haben wir deshalb unsere Inflationsprognose auf vier Prozent angehoben. Im Dezember waren wir noch von einem Anstieg der Lebenshaltungskosten um 3,3 Prozent ausgegangen“, erklärt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen.
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