Nach Bidens Ansprache an Russen: Putin wird sich US-Präsidenten nicht zum Vorbild nehmen

© SNA / Alexey NikolskyRusslands Präsident Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin - SNA, 1920, 16.02.2022
Nach der Ansprache von US-Präsident Joe Biden an die russischen Bürger wird sich der russische Staatschef, Wladimir Putin, nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow kein Beispiel an seinem US-amerikanischen Amtskollegen nehmen und sich nicht an die US-Amerikaner wenden.
Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wurde der Kreml-Sprecher unter anderem gefragt, ob der russische Präsident eine Gegenansprache plane, die sich an die US-Bevölkerung richten würde.
Peskow stellte zunächst scherzhaft eine präzisierende Frage, ob damit ein Apell gemeint werde, „Kanada nicht anzugreifen“. Anschließend schlug er jedoch einen ernsteren Ton an und versicherte: „Nein, das [Putins Ansprache – Anm. d. Red.] ist nicht geplant“.
„Denn erstens klärt der Präsident ständig die ganze Welt auf – es gab bereits mehrere Pressekonferenzen des Präsidenten in der letzten Woche, bei denen er Fragen beantwortet und dabei die Haltung der Russischen Föderation ganz erschöpfend dargelegt hat“, erklärte der Kreml-Sprecher.
Seiner Ansicht nach ist Putin den US-Bürgern keine Erklärung schuldig:

„Es wäre wohl unvernünftig, der ganzen Welt zu erklären, warum Russland nicht tut, was die Vereinigten Staaten von Amerika und die europäischen Hauptstädte faktisch von ihm beinahe verlangen“, argumentierte er. „Ich meine, (zu erklären – Anm. d. Red.), warum Russland die Ukraine nicht angreift“, stellte Peskow klar.

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Biden hatte sich am Dienstag an die russischen Bürger gewandt. „An die Bürger Russlands: Sie sind nicht unser Feind. Und ich glaube nicht, dass Sie einen blutigen, zerstörerischen Krieg gegen die Ukraine wollen, ein Land und ein Volk, zu dem Sie so enge familiäre, historische und kulturelle Beziehungen haben“, sagte er im Weißen Haus und warb erneut für eine diplomatische Lösung im Ukraine-Konflikt – betonte aber zugleich, dass eine russische Aggression trotz des angekündigten Teilrückzugs der Truppen weiterhin möglich bleibe.
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