Olympia: Walijewas Großvater bestätigte Einnahme von Trimetazidin – NYT

© SNA / Alexander Wilf / Zur BilddatenbankDer Auftritt der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa im Kurzprogramm auf den Olympischen Winterspielen in Peking
Der Auftritt der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa im Kurzprogramm auf den Olympischen  Winterspielen in Peking  - SNA, 1920, 16.02.2022
Der Großvater der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat bei der Anhörung zur positiven Dopingprobe der Athletin in einer Videoaussage abgelegt. Dort behauptet er, das Trimetazidin nehme er ein. Dies berichtet die Zeitung „The New York Times“ unter Verweis auf Unterlagen aus dem Eilverfahren bei den Winterspielen in Peking.
Es handle sich um Dokumente, die am Sonntag bei der Anhörung des Internationalen Sportgerichtshof CAS eingereicht worden seien, heißt es im Bericht der New York Times. Die Unterlagen seien von einem Teilnehmer der Anhörung bestätigt worden.
Demnach sagte der Großvater der Athletin nicht bei der ursprünglichen Anhörung in Russland aus, stellte jedoch eine Videoaussage bereit, in der es aufklärte, dass er regelmäßig Trimetazidin einnehme, wenn er „Anfälle“ erlebe. Zudem habe der Mann während der Videoaussage eine Packung des Medikaments vorgelegt. Das Video sei in einem Auto gefilmt worden.
Die Mutter der Eiskunstläuferin habe bei einer Anhörung in Russland gesagt, dass, bis sie von der Arbeit nach Hause gekommen sei, Kamilas Großvater habe die 15 Jahre alte Sportlerin täglich zum Training begleitet habe und bei ihr geblieben sei . Zudem habe Walijewas Mutter bei der Anhörung mit russischen Antidoping-Beamten am 9. Februar mitgeteilt, dass ihre Tochter Hypoxen wegen „Herzschwankungen“ eingenommen habe.
Laut den der Zeitung vorliegenden Dokumenten hat das Stockholmer Labor, das die Probe von Walijewa untersuchte, die Einnahme von drei Herzmitteln durch die russische Eiskunstläuferin nachgewiesen, nämlich von Trimetazidin, Hypoxen und L-Carnitin. Die zwei letzteren Medikamente seien nicht in die Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen worden und seien von der Athletin selbst in ihrem Dopingkontrollformular angemeldet worden.
Die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa - SNA, 1920, 16.02.2022
Winterspiele: Walijewa darf bei Podestplatz am Schaulaufen teilnehmen
Laut der Zeitung teilte der Chef der US-amerikanischen nichtstaatlichen Antidoping-Agentur USADA, Travis Tygart, mit, dass die Kombination von Substanzen, die in Walijewas Probe nachgewiesen sein sollen, anscheinend darauf abziele, „die Ausdauer zu erhöhen, die Ermüdung zu verringern und eine größere Effizienz bei der Nutzung von Sauerstoff zu fördern“.
Am Dienstag hatte der Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Denis Oswald, vor Reportern erklärt, dass das verbotene Herzmittel Trimetazidin in Walijewas Körper zusammen mit einem Medikament ihres Opas habe gelangen können.

Fall Walijewa

Zuvor hatte die Internationale Testagentur (ITA) bekannt gegeben, dass die Dopingprobe von Walijewa, die am 25. Dezember 2021 entnommen worden war, positiv auf Trimetazidin getestet worden sei.
Die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa - SNA, 1920, 15.02.2022
Russische Eiskunstläuferin Walijewa führt nach Olympia-Kurzprogramm
Laut dem am Montag vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gefassten Beschluss darf Walijewa nun trotz des angeblichen Dopingvergehens im Eiskunstlauf-Einzel bei den Winterspielen teilnehmen. Somit lehnte der Gerichtshof die Einsprüche des Internationalen Olympischen Komitees (OIC), der Internationalen Eisläuferunion (ISU) und der Welt-Anti-Ddoping-Agentur Wada gegen die Aufhebung einer vorläufigen Sperre der 15-Jährigen ab.
Daraufhin hat das IOC erklärt, dass es für den Fall eines weiteren Medaillengewinns durch Walijewa im Eiskunstlauf-Einzel weder die Siegerehrung noch die Blumenzeremonie geben werde.
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