Lauterbach entzieht RKI Macht über Genesenen-Status: „Selbst und direkt entscheiden“

© AP Photo / Michael SohnBundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach - SNA, 1920, 16.02.2022
Drei statt sechs Monate: Die überraschende Entscheidung des Robert-Koch-Instituts zur Verkürzung des Genesenen-Status Mitte Januar hatte für starke Kritik gesorgt. Nun will Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) selbst entscheiden. Die umstrittene Dreimonateregelung soll zurückgenommen werden.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will wichtige Weichenstellungen in der Corona-Krise wie etwa die Verkürzung des Genesenen-Status künftig selbst vornehmen. „Über tiefgreifende Entscheidungen wie etwa den Genesenen-Status möchte ich selbst und direkt entscheiden. Sonst trage ich die politische Verantwortung für das Handeln anderer“, sagte der SPD-Politiker der „Bild“-Zeitung am Mittwoch.

Scholz: Lauterbach ein „ganz großartiger Minister“

Das Robert-Koch-Institut unter Lothar Wieler hatte den Genesenen-Status mit Wirkung vom 15. Januar unerwartet von sechs auf drei Monate verkürzt. Viele Bürger verloren damit quasi über Nacht ihr Recht, in Restaurants, Bars oder in Fitnessstudios zu gehen. Dass das RKI die Frist festlegt, sieht eine neue Verordnung zwar so vor, der Zeitpunkt kam dennoch überraschend. Vor allem die FDP kritisierte das Vorgehen des RKI und auch dessen Chef mit scharfen Worten.
Lauterbach hatte sich vor den Behördenchef gestellt und ihm sein Vertrauen versichert. Kanzler Olaf Scholz (SPD) wiederum äußerte sich öffentlich über Lauterbach und nannte diesen einen „ganz großartigen Minister und hochengagiert“.
Die Verkürzung des Genesenen-Status soll indessen einer vorab bekannt gewordenen Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch zufolge wieder rückgängig gemacht werden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала