Umfrage: Knapp die Hälfte hält Deutschland für kinderfreundlich

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Kinder (Symbolbild) - SNA, 1920, 16.02.2022
Nur 48 Prozent der Deutschen halten ihr Land für kinderfreundlich. Das ergab eine Forsa-Umfrage für das Deutsche Kinderhilfswerk. Noch vor vier Jahren lag der Anteil bei 56 Prozent und vor sieben Jahren sogar bei 58 Prozent.
Wesentlich häufiger als Ältere meinen Jüngere, Westdeutsche häufiger als Ostdeutsche und Männer häufiger als Frauen, dass Deutschland kinderfreundlich sei - das teilte das Deutsche Kinderhilfswerk auf seiner Website mit. Die Organisation feiert am morgigen Donnerstag sein 50-jähriges Bestehen. Nach dem Urteil von 43 Prozent der Befragten ist Deutschland alles in allem kein kinderfreundliches Land.
Fast alle Befragten (99 Prozent) sind der Meinung, dass der Schutz von Kindern vor Gewalt für eine kinderfreundliche Gesellschaft wichtig ist. 95 Prozent betrachten ausreichende Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder als wichtig. Dass die Interessen von Kindern auch in Krisenzeiten berücksichtigt werden, halten 92 Prozent für wichtig, 90 Prozent finden die Unterstützung von Familien mit Kindern wichtig.
Brand (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.02.2022
Erneut sterben Kinder bei Hausbrand in Russland
Für 86 Prozent ist es laut der Umfrage wichtig, dass sich Politiker genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern, für ebenfalls 86 Prozent ist selbstbestimmte Zeit und ausreichend Erholung für Kinder wichtig.
„Kinderfreundlichkeit beginnt im Alltag, beim direkten und respektvollen Umgang mit Kindern“, sagte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger.
Nach Ansicht von 46 Prozent der Befragten sind ausreichende Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder in Deutschland gut erfüllt. Lediglich rund ein Drittel der Befragten sieht die Punkte "Unterstützung von Familien mit Kindern" (36 Prozent) und die Fürsorge für "Kinder aus Flüchtlingsfamilien" (34 Prozent) in Deutschland als gut erfüllt an.
Nur jeweils etwa ein Viertel meint, dass die Punkte Schutz der Kinder vor Gewalt (28 Prozent) sowie Mitbestimmung von Kindern (25 Prozent) sehr gut oder gut erfüllt sind. Dass Kinderinteressen auch in Krisenzeiten wie zum Beispiel in der Corona-Krise berücksichtigt werden, meinen nur 17 Prozent der Befragten und nur 15 Prozent sind der Ansicht, dass Politiker sich genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern.
„Für eine kindgerechte Gesellschaft ist es wichtig, die Bekämpfung der Kinderarmut über eine Gesamtstrategie anzugehen“, kommentierte Krüger. „Auch der Schutz von Kindern vor Gewalt muss verstärkt im Blickpunkt stehen. Gerade hier ist die gesamte Gesellschaft gefordert, niemand darf beim Kinderschutz wegschauen.“
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