Hymnen-Eklat in Kiew: Reuters-Reporter sucht nach Erklärung

© AP PhotoGebäude des Außenministeriums der Ukraine (Archivbild)
Gebäude des Außenministeriums der Ukraine (Archivbild) - SNA, 1920, 16.02.2022
Nachdem in einer Liveübertragung der Agentur Reuters aus der ukrainischen Hauptstadt am heutigen Mittwoch die sowjetische Nationalhymne ertönt war, versucht der zuständige Reporter den Vorfall zu erklären. Aus Sicht des Korrespondenten sind Hotelgäste schuld an der Panne.
Dass ausgerechnet beim Blick auf den Maidan-Platz in Kiew in der Reuters-Übertragung die sowjetische Nationalhymne ertönte, ist mehr als ein Fauxpas. Das kann strafrechtliche Konsequenzen haben, denn das Vorzeigen sowjetischer Symbole ist in der Ukraine seit 2015 verboten.
Der ukrainische Reuters-Korrespondent Sergej Karasij, der für die Live-Sendung der Aufnahmen vom Maidan-Platz verantwortlich war, sucht nach Erklärungen für den Vorfall. Seiner Darstellung nach sendete die Kamera, installiert in dem direkt am Maidan gelegenen Hotel „Ukraina“, bei der Übertragung im automatischen Modus.
„Wir können für das, was im Bild passiert, keine Verantwortung übernehmen. Kommt es zu einem Vorfall, ist es nicht unsere Schuld“, schrieb der Reporter auf Facebook. Möglicherweise hätten Gäste des Hotels die Hymne abgespielt. Dort würden viele Reisende aus dem Ausland absteigen, sie hätten alle einen unterschiedlichen Musikgeschmack.
Platz der Unabhängigkeit in Kiew - SNA, 1920, 16.02.2022
Statt russischer Invasion: Sowjetische Hymne ertönt während Live-Sendung von Reuters aus Kiew
Seit Mai 2015 sieht ein ukrainisches Gesetz Strafen für das Vorzeigen kommunistischer Symbolik vor. Das Gesetz führte unter anderem zum Abriss von Denkmälern sowjetischer Persönlichkeiten und zur Umbenennung von Ortschaften im ganzen Land.
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