„Haben friedlich geschlafen“: Peskow berichtet vom Kreml-Betrieb angesichts der „Angriffs“-Meldungen

© SNA / Sergej Gunejev / Zur BilddatenbankKreml-Sprecher Dmitri Peskow
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow - SNA, 1920, 16.02.2022
Die Meldungen der westlichen Medien über einen angeblichen Einmarsch Russlands in die Ukraine, der demnach an diesem Mittwoch hat erfolgen sollen, haben laut dem Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, den Kreml-Betrieb in keiner Weise beeinflusst. Auch habe die russische Regierung in der Nacht keine Kontakte zu anderen Staaten gehabt.
Peskow zufolge nahm der Kreml keine Änderungen in seiner Arbeit vor dem Hintergrund der westlichen Medienberichte über eine geplante „Invasion“ Russlands vor. So sei die letzte Nacht (zum Mittwoch) „wie gewohnt“ verlaufen – die russische Regierung habe „friedlich“ geschlafen, teilte der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation gegenüber Journalisten mit.
„Die Nacht verlief wie gewohnt. Wie erwartet. Wir haben friedlich geschlafen. Am Morgen sind wir ruhig und sachlich in den Arbeitstag gestartet“, erklärte Peskow.
Auf die Frage, ob die russischen Behörden in dieser Nacht oder am Morgen Kontakte zu anderen Ländern gehabt hätten, erwiderte der Kreml-Sprecher: „Normalerweise treten wir nachts nicht in Kontakt mit ausländischen Staaten.“
Der russische Außenminister Sergej Lawrow - SNA, 1920, 15.02.2022
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Bloomberg löscht Schlagzeile über russischen „Einmarsch“ in Ukraine

Mittlerweile hatten mehrere westliche Medien das Narrativ der US-Geheimdienste, wonach Russland die Ukraine in der Nacht zu diesem Mittwoch – oder generell – überfallen werde, aufgegriffen.
So hatte die US-Nachrichtenagentur Bloomberg vor einer Woche angeblich versehentlich eine Überschrift veröffentlicht, die über einen angeblichen Einmarsch Russlands in die Ukraine informiert hat. Die Schlagzeile wurde 30 Minuten später entfernt, die Agentur gab bekannt, dass die Aktion unbeabsichtigt gewesen sei.
Die Situation hat der Kreml-Sprecher dahingehend kommentiert, dass Nachrichten solcher Art „eine großartige Demonstration“ seien, wie gefährlich die Situation sei, „welche durch die endlosen aggressiven Erklärungen aus Washington, aus London und aus anderen europäischen Hauptstädten hervorgerufen wird“. Ihm zufolge hatte Bloomberg früher „einen Ruf als seriöses Medium“ gehabt und heute gibt es „allen Grund“, den Begriff „Fake News“ durch „Bloomberg News“ zu ersetzen.
Ende November 2021 hatte die Nachrichtenagentur unter Verweis auf eigene Quellen bereits berichtet, Russland würde planen, die Ukraine aus drei Richtungen anzugreifen – nämlich von der Halbinsel Krim aus, von der Festlandgrenze und auch vom Territorium von Belarus. Damals hatte Peskow die Agentur als „Sprachrohr“ der antirussischen Informationskampagne bezeichnet und erklärt, dass solche Botschaften nichts mit der Realität zu tun hätten.

Russland zieht teilweise Truppen ab

Am Dienstag hat der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, gegenüber Journalisten mitgeteilt, dass die russischen Truppen nach der großangelegten Übung im Rahmen des Unionsstaates mit Belarus im Süden und Westen des Landes in ihre Kasernen zurückkehrten.
„Die Truppen der Militärbezirke Süd und West, die ihre Aufgaben bereits erfüllt haben, besteigen jetzt Züge und Lkw, um sich noch heute auf den Weg zu ihren ständigen Stationierungsorten zu machen“, so der Sprecher.
Die westlichen Staaten erachten die russisch-belarussischen Übungen hingegen als einen Vorwand für einen „Angriff auf Kiew“ aus dem Norden und dessen darauffolgende „Eroberung“. Die diesbezüglichen Berichte hat der russische Außenminister, Sergej Lawrow, als „Spekulationen“ und „paranoide Szenarien“ zurückgewiesen.
Ukrainische Soldaten auf einem Übungsgelände - SNA, 1920, 15.02.2022
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Angespannte Situation um die Ukraine

Westliche Staaten werfen Russland seit Wochen vor, Streitkräfte an der ukrainischen Grenze zusammengezogen zu haben, was sie als ein Anzeichen für eine bevorstehende Intervention deuten. Moskau weist die angeblichen Einmarschpläne zurück und betont, dass Russland seine Truppen innerhalb des eigenen Territoriums verlegen würde.
Der Hauptgrund für die Eskalation in der Region sind aus Moskaus Sicht die Aktionen der USA und der Nato, welche Militärausbilder, Waffen und Ausrüstung in die Ukraine schicken, die Zahl der Militärübungen erhöhen und damit Kiew zu militärischen Abenteuern treiben würden. All diese Aktivitäten betrachtet Russland als rote Linien.
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