Trimetazidin in Walijewas Probe womöglich wegen Medikaments ihres Großvaters nachgewiesen

© AFP 2022 / Anne-Christine PoujoulatRussische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa
Russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa - SNA, 1920, 15.02.2022
Bei der Anhörung in dem Doping-Skandal hat die russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa erklärt, das verbotene Herzmittel Trimetazidin habe in ihren Körper zusammen mit einem Medikament ihres Opas gelangen können. Dies bestätigte der Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Denis Oswald gegenüber Journalisten.
Oswalds Worte zitierte der „USA Today“-Journalist Tom Schad auf Twitter. Ihm zufolge begründete Walijewa die Aufhebung ihrer Suspendierung mit „einer Kontamination“, die durch ein Medikament geschehen sei, das ihr Großvater eingenommen habe.
Zuvor hatte die Internationale Testagentur (ITA) bekannt gegeben, dass die Dopingprobe von Walijewa, die am 25. Dezember 2021 entnommen worden war, positiv auf Trimetazidin getestet worden sei.
Trimetazidin ist ein antiischämischer Wirkstoff aus der Gruppe der Herzmittel, der für die Behandlung einer stabilen Angina pectoris (Stenokardie) eingesetzt wird. Das Medikament hemmt die Beta-Oxidation und verstärkt dadurch die Glucoseoxidation. Dies hat zur Folge, dass in den ischämischen Zellen weniger Sauerstoff verbraucht wird. Trimetazidin kann als Dopingmittel missbraucht werden.
Russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa - SNA, 1920, 14.02.2022
IOC: Keine Medaillenzeremonien für Walijewa in Peking

Fall Walijewa

Die 15-jährige Russin Kamila Walijewa ist die erste Eiskunstläuferin in der Geschichte, die bei den Olympischen Spielen einen Vierfachsprung ausgeführt hat. Ihr triumphaler Auftritt wurde jedoch von einem plötzlichen Bericht der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) über eine Dopingprobe überschattet, die sie Ende Dezember gemacht hatte und die angeblich positiv ausgefallen war.
Das Russische Olympische Komitee (ROC) hält das Vorgehen für nicht rechtens. Der Dopingtest von Walijewa gelte nicht für den Zeitraum der Winterspiele. Außerdem seien weitere Dopingproben von ihr im Januar und in Peking negativ ausgefallen.
Laut dem am Montag vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gefassten Beschluss darf Walijewa nun trotz des angeblichen Dopingvergehens im Eiskunstlauf-Einzel bei den Winterspielen teilnehmen. Somit lehnte der Gerichtshof die Einsprüche des Internationalen Olympischen Komitees (OIC), der Internationalen Eisläuferunion (ISU) und der Wada gegen die Aufhebung einer vorläufigen Sperre der 15-Jährigen ab.
Daraufhin hat das IOC erklärt, dass es für den Fall eines weiteren Medaillengewinns durch Walijewa im Eiskunstlauf-Einzel weder die Siegerehrung noch die Blumenzeremonie geben werde.
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Die 15-jährige russische Ausnahme-Eiskunstläuferin Kamila Walijewa beim Training. Peking, 14. Februar 2022 - SNA, 1920, 14.02.2022
Olympia’22: Russische Eiskunstläuferin Walijewa spricht von „zermürbendem Doping-Skandal“
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