„Lasst uns wieder Brücken bauen!“ – Neues Printmagazin für die Zeit nach Corona

© Foto : Tilo GräserNeues Printmagazin „Vier.“
Neues Printmagazin „Vier.“ - SNA, 1920, 15.02.2022
Ein gewagtes Projekt hat der Herausgeber Uwe Strachau gestartet: Ein gedrucktes Magazin – trotz Corona-Pandemie und Medienkrise. Anfang Februar 2022 ist schon das fünfte Heft von „Vier.“ erschienen. Es soll, wie die vier Ausgaben zuvor, Lücken schließen, die die etablierten Medien nach Ansicht von Strachau hinterlassen haben.
„Die Abteilung Agitation sitzt heute nicht mehr in einer Parteizentrale und auch nicht in Berlin. Wer weiß, ob sie überhaupt irgendwo sitzt.“ Das schreibt der Medienwissenschaftler Michael Meyen in seiner Kolumne in der fünften Ausgabe des Magazins „Vier. Die Vierte Gewalt“. Dann fragt er: „Haben Sie schon einmal von der Trusted News Initiative (TNI) gehört?“ Er „musste eine Weile suchen“, so der Professor für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Und das Puzzle ist auch heute noch nicht wirklich fertig“. Soviel scheine immerhin sicher:
„Die TNI ist dafür verantwortlich, dass die Leitmedien nicht erzählen, wie man Covid-19 behandelt (genauer: dass man diese Krankheit überhaupt behandeln kann), und mindestens genauso wichtig, dass wir im Glauben gelassen werden, nur eine der Substanzen, die das Etikett ‚Corona-Impfung’ tragen, könne uns vor schwerer Erkrankung und Tod bewahren.“
Michael Meyen
Medienwissenschaftler
Laut Meyen gibt es die TNI erst seit dem Sommer 2019. Sie vereint danach das „Who´s Who“ der westlichen Meinungsfabriken: Nachrichtenagenturen (AP, AFP, Reuters), Rundfunkanstalten (die European Broadcasting Union – EBU, in der auch ARD, ZDF, SRG und ORF sind, sowie die kanadische CBS), große Zeitungen („Financial Times“, „Washington Post“, „Wall Street Journal“, „The Hindu“), die Internetgiganten (Microsoft, Google, Youtube, Twitter, Facebook, First Draft) und das Reuters Institute for Study of Journalism, eine wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Oxford, vom Medienkonzern Thomson Reuters finanziert.
Dieser „Chorgesang“ über die befreiende Impfung, dem die Menschen sich kaum entziehen können, sei kein Zufall, schreibt Meyen im Magazin, denn er werde von den Leitmedien des Westens orchestriert. „Der Draht zwischen Politik und Journalismus ist heiß – und das nicht erst seit März 2020.“ Bereits am 27. März 2020 soll die TNI verkündet haben, dass man sich ab sofort gegenseitig alarmieren würde, wenn „Fehlinformationen“ oder „Verschwörungstheorien“ in Sachen Corona auftauchten.
Eine Krankenschwester bereitet eine Impfung mit dem Impfstoff gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) von Pfizer-BioNTech im Impfzentrum im Humboldt-Forum in Berlin vor, Deutschland, am 19. Januar 2022. - SNA, 1920, 05.02.2022
„Ausstiegskonzept“ und „Exitplan“ – Wissenschaftler und Mediziner fordern neue Corona-Politik

Information statt Ausgrenzung

Auch der Herausgeber des Magazins „Vier.“, Uwe Strachau, fühlt sich von den etablierten Medien mehr und mehr in Stich gelassen. Die völlig einseitige Berichterstattung über das Thema Corona in seiner Tageszeitung war für ihn der berühmte „letzte Tropfen”: Sein Abo habe er nach 30 Jahren gekündigt. Damit endete ein viele Jahre andauernder Prozess der Entfremdung und des Vertrauensverlustes, erzählte er im Gespräch mit SNA.
„Seit Corona ist alles anders“, schreibt der Herausgeber aus der Stadt Melle in Niedersachen in seinem Beitrag im aktuellen Heft. Er gab 23 Jahre lang verschiedene regionale Anzeigenzeitungen und Magazine heraus. Dieses Geschäft ist durch die Corona-Maßnahmen weitestgehend zerstört worden, sagte er SNA. Und er möchte mit dem Heft einen ganz neuen Weg beschreiten: „Um auch im Bereich der Print-Medien verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, braucht es vollkommen neue Alternativen.“
Die „Vier.“soll denen als Sprachrohr dienen, die von den etablierten Medien ignoriert und ausgegrenzt werden, so Strachau. Langfristig soll sich das Magazin mit allen gesellschaftlich relevanten Themen befassen, wie Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Forschung und Technik, Umwelt und Kultur.
Strachau erzählte im Gespräch von den vielen Anrufen von Lesern, denen es so wie ihm gehe. Sie seien dankbar dafür, ein Heft in der Hand zu halten, das sie nicht mit dem Etikett „Ungeimpft“ und „Corona-Leugner“ abstempelt. Und sie würden sich wundern, dass am anderen Ende der Leitung statt einer Sekretärin oder eines Pressesprechers der Herausgeber selbst rangeht – weil er bisher bei der „ViER.“ „das Mädchen für alles“ ist.

Plattform für ignorierte Stimmen

Das bislang zweimonatlich erscheinende Magazin startete im Juni 2021 mit dem Wissenschaftler Sucharit Bhakdi auf dem Titel, der die Corona-Politik von Beginn an kritisiert. Über ihn schreiben die etablierten Medien höchstens, wenn sie ihn diffamieren wollen – nach dem Prinzip: Mit dem Gewicht der Argumente sowie dem Ansehen der Person steigt die Heftigkeit von Attacken gegen diese. Auch Daniele Ganser, Ruediger Dahlke, Milosz Matuschek und andere kritischen Geister sind für die „Vier.“ keine „Unpersonen“.
Die Tatsache, dass das erste Heft schnell vergriffen war, hat Strachau beflügelt weiterzumachen: Ein kritisches Printmedium auf Spendenbasis in einer digitalen Medienwelt – unter Pandemie-Bedingungen, alleine auf die Beine gestellt. Mit 1500 Euro für die erste Auflage. Es klingt wie ein sehr gewagtes Unterfangen, aber der 60-Jährige Macher war nicht mehr aufzuhalten.
Vom Titelblatt der fünften Ausgabe des Magazins „Vier.“ blickt der Schweizer Historiker Daniele Ganser und fordert zum „Brückenbauen“ auf. Er will helfen, die Spaltung der Gesellschaft in Folge der Corona-Krise zu überwinden, erklärt er in einem Interview im Heft. Dazu hat er im Herbst 2021 eine Plakat-Aktion in der Schweiz und in Österreich gestartet. Auf dem Plakat ist der Text zu lesen: „Lass uns wieder Brücken bauen! Alle gehören zur Menschheitsfamilie. Sowohl Ungeimpfte als auch Geimpfte!“ Die Leitmedien und die Politiker hätten nämlich in den letzten Monaten sehr zur Spaltung beigetragen. Das kann den Wandel in der Medienwelt befördern, was der Historiker Ganser bestätigt:

„Ich glaube, viele bauen jetzt gerade ihre Medienkompetenz aus. Zudem vernetzen sich die Menschen und suchen neue Wege. Es kann und muss ja viel Neues entstehen, weil viel Altes nicht mehr funktioniert.“

Daniele Ganser
Historiker
Autorin und Journalistin Gabriele Krone-Schmalz - SNA, 1920, 10.02.2022
Krone-Schmalz: Viele wohl ohne Bildung und Fantasie, um sich Schrecken des Krieges vorzustellen

Hintergründe der Krise

Das Interview mit dem niederländischen Politikwissenschaftler Kees van der Pijl im Heft beschäftigt sich mit der „Corona-Krise als Mittel der Macht“. Und Thomas Trares fragt in einer Rezension des neuen Buches des Wirtschaftsjournalisten Norbert Häring, ob die Corona-Krise das „Endspiel des Kapitalismus“ sei. Der Schriftsteller und Publizist Wolfgang Bittner schreibt von „der sich anbahnenden Katastrophe“ zwischen Russland und der Nato in dem Beitrag „Vorbereitungen auf den ‚Ernstfall’“. Diplom-Psychologin Frauke Steffens verrät dem Leser, warum sie „das Gendern so nervt“ und Dietmar Hildebrand, Bio-und Kernphysiker, gibt uns Denkanstöße zu dem Thema „Bargeldlos zahlen bei Stromausfall?“
Der Theologe Holger Heydorn und der IT-Berater und Friedensaktivist Joachim Guilliard sind sich darin einig, dass das Impfen die neue Glaubensfrage und vermeintlich „der einzige Weg aus der Pandemie“ sei. Laut Guillard gehört zum Glaubensbekenntnis auch das unbedingte Vertrauen in die Impfung. Und die Priester der neuen Gemeinde sind für den IT-Berater die von den herrschenden Kreisen auserwählten Wissenschaftler. Heydorn hofft:
„Je mehr Menschen ihr Lebensfundament nicht mehr in den Impfungen suchen, desto weniger werden die Glaubensaussagen der Politiker hinsichtlich der Impfung wirken.“
Holger Heydorn
Theologe
Und: „Vielleicht sind dann wieder sachlichere Diskussionen über Corona möglich. Es würde uns allen guttun.“

Aufklärung wider die Propaganda

Mit der letzten Behauptung wäre sicher auch der Berliner Physiker und IT-Spezialist Horst Aden einverstanden. Der 89-Jährige lebt seit Jahrzehnten ohne Medikamente, geht regelmäßig zu Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen und stellt als Naturwissenschaftler alles in Frage. Er ist davon überzeugt, dass es bei der Corona-Politik nicht „um unsere Gesundheit geht“.

„Wenn die Regierenden etwas für die Menschen tun wollten, dann würden sie nicht unterbinden, dass Informationen, die der Gesunderhaltung dienen, verschwiegen und unterdrückt werden sowie dass Menschen, die sich bemühen, solche Informationen zu verbreiten, Repressionen ausgesetzt werden.“

Horst Aden
Physiker und IT-Spezialist
Auch der Verleger Michael Hauke kritisiert: Die Medien hätten seit Beginn der Pandemie „nie tatsächlich aus den Krankenhäusern kommuniziert“. Er gibt seit 31 Jahren Anzeigenzeitungen in Brandenburg heraus. In diesen bezieht er mit seinen Leitartikeln klare Stellung gegen die politischen Corona-Maßnahmen. „Die Mainstreammedien haben die Rolle reiner Propagandisten übernommen, die eine Situation beschreiben, die es nicht gibt. Durch die blanken offiziellen Zahlen wurden sie überall widerlegt.“

Kritische Wissenschaftler und Künstler

Im Einklang damit liest sich das Interview des Virologen Martin Haditsch mit dem Infektiologen Christian Perronne, der feststellt: „Alle ethischen Regeln der Medizin wurden verletzt“. Er hat viele Jahre die französische Impfpolitik bestimmt und mehrere fachmedizinische Gremien in Frankreich geleitet sowie mehrere Jahre als Vizepräsident der Expertengruppe für Impfungen in Europa gewirkt.
Von Anbeginn kritisiert er die offiziellen Erklärungen zur Covid-19-Pandemie. Er wurde dafür von den Medien angegriffen und unter anderem als „Verrückter“ oder „Scharlatan“ bezeichnet. Das Interview mit Perronne stammt aus Teil 3 der Dokumentation „Corona – Auf der Suche nach der Wahrheit“, den der österreichische Sender „Servus TV“ am 22. Dezember 2021 ausstrahlte.
Em Ell von der Redaktion „Hintergrund/Analyse“ des russischen TV-Senders RT DE hat für das Magazin Aussagen aus den Sitzungen der „Stiftung Corona-Ausschuss“ zusammengetragen. Die vorherrschenden Themen darin sind die alarmierenden Daten zu Nebenwirkungen der zugelassenen „Corona-Impfungen“ und das Wissen der Behörden darüber, Versäumnisse bei den Zulassungen, Folgen der genetisch veränderten Impfpräparate.
Die „Protestnoten“ – eine lyrisch-musikalische kritische Auseinandersetzung mit der Corona-Politik lässt im Magazin Eugen Zentner ertönen. Das kürzlich erschienene Album vereint verschiedene Künstler neben dem Produzenten Jens Fischer Rodrian aus der Protestbewegung: den Philosophen Gunnar Kaiser, den Gitarristen, Sänger und Komponisten Lüül, den Mediziner und Politiker Wolfgang Wodarg und viele andere.
Teilnehmer einer Protestaktion gegen Corona-Maßnahmen in Nürnberg am 30. Januar 2022 - SNA, 1920, 09.02.2022
Die Menschen werden mit „Corona“ beschäftigt, während die Bombe über ihnen schwebt

Vom Zuschauen zum Handeln

Der Politikwissenschaftler Kees van der Pijl spricht in einem Interview mit der „Vier.“ zu seinem Buch „Die belagerte Welt“ von einer „vorgeschriebenen Wirklichkeit“:
„Mittlerweile ist im Rahmen der Angstpolitik nicht mehr erlaubt, von der vorgeschriebenen Wirklichkeit abzuweichen. Gesellschaftskritische Ansätze werden als Verschwörungstheorie diskreditiert. Fragen sind nicht erlaubt, Debatte ist ausgeschlossen, sonst könnte die vorgeschriebene Wirklichkeit zusammenbrechen.“ Zugleich warnt er:

„Alles ist in rasend schneller Entwicklung, die natürlich auch in einer unbeherrschbaren Katastrophe enden kann. Aber das erinnert uns nur daran, dass wir keine Zuschauer bleiben können und eine Handlungsperspektive entwickeln müssen.“

Kees van der Pijl
Politikwissenschaftler
Der Herausgeber des Magazins handelt bereits. Strachau erklärt in einem sehr persönlichen Beitrag, warum er das Vertrauen in den Staat verloren habe. Er habe noch niemals zuvor das Gefühl gehabt, ausgegrenzt zu sein, so der 60-Jährige, weder als Kind noch als Erwachsener. „Seitdem der Impfstatus die Bürger in ‚Gute Geimpfte’ und ‚Böse Ungeimpfte’ unterteilt, ist das plötzlich ganz anders.“ Dennoch möchte er durch das Magazin „Vier.“ „ein Brückenbauer sein“ und will „diese Aufgaben erfolgreich meistern“. Dafür wird das Blatt nach einem halben Jahr seit der ersten Ausgabe neu aufgestellt und die Aufgaben werden verteilt: damit „sich jeder an dem Projekt aktiv beteiligen kann“.
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